Vermischtes

Techniker Krankenkasse kritisiert Verschreibungspraxis bei Antikoagulanzien

  • Montag, 4. Mai 2015

Hamburg – Die Techniker Krankenkasse (TK) wirft den Ärzten vor, zu häufig die neuen – und teuren – oralen Antikoagulanzien (NOAK) zu verschreiben. Laut Arzneimitteldaten der Kasse erhielten zum Beispiel viele Patienten mit Vorhofflimmern nicht zunächst die etablierten Vitamin-K-Antagonisten sondern gleich NOAKs.

„Die klassischen Vitamin-K-Antagonisten sind in den für sie zugelassenen Indikationen nach wie vor der Standard zur oralen Antikoagulation“, sagte Tim Steimle, Leiter des Fachbereichs Arzneimittel der TK. Die NOAK hätten in den meisten Fällen keine Vorteile für die Patienten, „trotzdem wurden 2014 fast doppelt so viele Tagesdosen verschrieben wie im Vorjahr“, so Steimle.

Laut aktuellen Leitlinien sollten Ärzte die NOAK jedoch nur für Patienten verordnen, die mit Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon schwer einzustellen seien, ein erhöhtes Risiko von Interaktionen unter Vitamin-K-Antagonisten aufwiesen oder für die die regelmäßige Kontrolle des INR-Wertes schwierig sei.

Mit Dabigatran (Pradaxa), Rivaroxaban (Xarelto) und Apixaban (Eliquis) stehen drei NOAK zur Verfügung, die in den Indikationen Thromboseprophylaxe und Vorhofflimmern zugelassen sind. Sie sind deutlich teurer als die Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten: 0,20 Euro Tagestherapiekosten bei den herkömmlichen Präparaten stehen laut der Kasse über 3,00 Euro bei den NOAKs entgegen.

hil

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