Telefontherapie bei Depression fast so wirksam wie persönliche Gespräche
Brigham – Das Behandeln einer Depression am Telefon ist fast ebenso wirksam wie Beratungen in einem persönlichen Gespräch. Zu diesen Erkenntnissen gelangten Wissenschaftler um Steve Tutty von der Universität in Brigham in einer Pilotstudie. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Behavior Therapy (doi:10.1016/j.beth.2009.03.002).
Die Studie schloss 30 Menschen mit einer diagnostizierten Depression ein. Statt acht vorgesehener Besuche in einer Klinik besprachen die Teilnehmer dieselbe Thematik während einer Reihe von Anrufen mit ihrem Therapeuten. Die Gesprächsdauer variierte zwischen 21 bis 52 Minuten. Während der Studie erhielten die Patienten kein antidepressives Medikament.
Sechs Monate später hatten sich 42 Prozent der Teilnehmer von ihrer Depression erholt. Der Erfolg einer persönlichen Gesprächstherapie liegt nach Angaben der Autoren bei etwa 50 Prozent.
„Das Angebot einer Telefon oder Webcam-Option für die Psychotherapie scheint wirklich effizient wirksam zu sein“ sagte Spangler. Es sei benutzerfreundlicher und platz- und zeitflexibler, so die Wissenschaftler.
Ein Drittel der Teilnehmer zog der Telefonberatung zwar das Gespräch mit dem Psychotherapeuten vor, aber für diejenigen, die eine Telefontherapie in Betracht ziehen, könnte diese Methode nach Auffassung der Wissenschaftler bald eine preiswertere und weniger zeitaufwendige Therapieoption darstellen.
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