Telematikinfrastruktur: Erster Test erfolgreich
Berlin – Die für den Aufbau der Telematikinfrastruktur (TI) verantwortliche Betriebsgesellschaft Gematik vermeldet weitere Fortschritte: In einem ersten Test („Durchstichtest“), den die beauftragten Industriepartner zusammen mit der Kaufmännischen Krankenkasse im Dezember durchgeführt haben, konnte nachgewiesen werden, dass die TI im Zusammenspiel mit allen Komponenten für den Versichertenstammdatenabgleich funktioniert. In dem Test wurde der Versichertenstammdatensatz online überprüft und erfolgreich aktualisiert.
Damit sei ein wichtiger Schritt getan, um die Telematikinfrastruktur im kommenden Herbst im Echtbetrieb erproben zu können, teilte die Gesellschaft mit. Ebenfalls im Dezember sei die erste Produktivzulassung (CVC-Root) erfolgt. Damit ist die Grundlage für eine spätere Personalisierung der Karten (elektronische Gesundheitskarte, Heilberufsausweise, Instituts- und Gerätekarten) gelegt.
Voraussichtlich im Herbst 2015 kann somit die Erprobung des Versichertenstammdatenmanagements bei allen Teilnehmern beginnen. Diese findet in den zwei Testregionen Nordwest (Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) und Südost (Sachsen und Bayern) mit insgesamt 1.000 Arzt- und Zahnarztpraxen und 10 Krankenhäuser statt. Anschließend sollen die qualifizierte elektronischen Signatur (QES) und die sichere Arzt-zu-Arzt-Kommunikation erprobt werden.
Nach erfolgreichem Abschluss der Tests und parallel durchgeführter wissenschaftlicher Evaluation durch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg steht das Netz der TI für den bundesweiten Anschluss aller Praxen und Krankenhäuser bereit.
Die gematik-Gesellschafter haben in der 48. Gesellschafterversammlung im November zudem das Vorhaben „Notfalldatenmanagement-Sprint“ beschlossen, in dem bereits Prozesse aus der späteren Projektphase des Notfalldatenmanagements evaluiert werden. Hierbei soll ohne Anbindung an die TI untersucht werden, ob das Einwilligungsverfahren des Versicherten in die freiwillige Anwendung und das erstmalige Anlegen eines Notfalldatensatzes alltagstauglich sind und durch die Praxissysteme ausreichend unterstützt werden.
Zwischenzeitlich wurde außerdem bekannt, dass der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes die zum Jahresende 2014 erlassene Haushaltssperre für die Gematik in einer Sondersitzung wieder aufgehoben hat. Grund ist der Referentenentwurf für das geplante E-Health-Gesetz, mit dem die Bundesregierung das Telematikprojekt vorantreiben will.
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