Ärzteschaft

Therapie immunvermittelter Neuropathien: S2e-Leitlinie umfassend überarbeitet

  • Mittwoch, 18. Februar 2026
/peterschreiber.media, stock.adobe.com
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Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat ihre Leitlinie „Therapie immunvermittelter Neuropathien“ umfassend überarbeitet. Als häufigste Krankheiten nehmen das Guillain-Barré-Syndrom und die chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie (CIDP) den größten Raum ein.

„Für den klinischen Alltag hochrelevant ist zudem der Hinweis auf eine neue Entität: Immun-Checkpoint-Inhibitoren können immunvermittelte Neuropathien auslösen“, berichtet die Leitliniengruppe um Claudia Sommer, Würzburg, und Kalliopi Pitarokoili, Bochum.

Bei der Therapie des akuten Guillain-Barré-Syndroms sind intravenöse Immunglobuline und Plasmapherese laut der Leitlinie gleichwertig und besser als Placebo, zudem sollte bei mäßig schweren bis schweren Verläufen die Möglichkeit einer intensivmedizinischen Überwachung gegeben sein.

Neu ist die Empfehlung, die Gabe von intravenös verabreichten Immunglobulinen nicht zu wiederholen, wenn die Betroffenen auf die erste Gabe nicht reagiert haben.

Auch bezüglich der CIDP gibt es neue Empfehlungen: So sind in der Erhaltungstherapie der CIDP subkutane Immunglobuline gegenüber den intravenös verabreichten Immunglobulinen wahrscheinlich gleichwertig einzusetzen.

Bei stabilen Patienten können Versuche der Dosisreduktions- beziehungsweise Absetzversuche vertretbar sein, entsprechende Schemata zur Reduktion schlägt die Leitlinie vor. Zudem hat sich das Therapiespektrum durch Efgartigimod erweitert, einen Inhibitor des neonatalen Fc-Rezeptors, der sich in einer kontrollierten randomisierten Studie als wirksam erwiesen hat.

Relevant sind außerdem die durch Immun-Checkpoint-Inhibitoren ausgelösten Neuropathien. „Sie kommen mittlerweile sehr breit zum Einsatz, so dass bei Krebspatientinnen und -patienten mit entsprechender Symptomatik daran gedacht werden muss“, hieß es aus der Leitliniengruppe.

Zur Therapie kommen Glukokortikoide infrage – „in Abhängigkeit vom Schweregrad kann allerdings auch eine Anpassung der Malignomtherapie erforderlich werden. Diese Entscheidung sollte interdisziplinär getroffen werden“, empfiehlt das Leitlinienteam.

hil

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