Tote russische Embryonen zum Teil schon fünf Monate alt
Moskau – Die in einem russischen Wald entdeckten toten Embryonen waren zum Teil schon mindestens fünf Monate alt. Spezialisten des Gesundheitsministeriums hätten herausgefunden, dass manche der rund 250 Föten älter als 20 Wochen gewesen seien, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Die Polizei gehe nun auch der Frage nach, ob sie aus einem „Forschungslabor" stammen könnten. Bislang gebe es aber noch „keinen konkreten Verdächtigen" in dem Fall.
Spaziergänger waren am Wochenende in einem Wald im Ural auf Plastiktonnen mit fast 250 menschlichen Embryonen in Formaldehyd gestoßen. Das regionale Innenministerium sprach von einem „skandalösen" Vorfall. Die Polizei hatte zunächst vermutet, dass die Embryonen möglicherweise von Krankenhäusern illegal im Wald entsorgt wurden. Abgeordnete äußerten den Verdacht, dass sie von illegalen Abtreibungen stammen könnten.
Abtreibungen sind in Russland erlaubt, allerdings nur bis zur zwölften Schwangerschaftswoche. Nach den offiziellen Statistiken werden in Russland, wo die Antibabypille als Verhütungsmittel nur wenig verbreitet ist, jährlich 1,23 Millionen Schwangerschaften abgebrochen. Experten gehen davon aus, dass diese Zahl weit hinter der Realität zurückbleibt und dass es einschließlich der nicht registrierten Abtreibungen jährlich fünf bis sechs Millionen gibt.
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