Türkische Ärztekammer dankt für Unterstützung im Kampf gegen Repressionen
Köln – Der Präsident der Türkischen Ärztekammer, Özdemir Aktan, hat dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, für dessen Unterstützung im Kampf gegen Repressionen der türkischen Regierung gedankt. Montgomery hatte am 7. August zusammen mit Vertretern der Menschenrechtsorganisation Physicians for Human Rights, der Britischen Ärztekammer, dem Weltärztebund und dem Ständigen Komitee Europäischer Ärzte im British Medical Journal (BMJ) ein Editorial veröffentlicht.
Darin heißt es unter anderem: „Die Reaktion der türkischen Regierung zeigt ein fehlendes Verständnis für ärztliche Neutralität und deren zentralen Aufgabe bei der Ausübung ärztlicher Tätigkeiten. Staaten müssen die Bedeutung ärztlicher Neutralität respektieren, nicht nur bei der täglichen Arbeit, sondern auch während ungewöhnlicher und extremer Ereignisse.“
Özdemir betonte, der öffentliche Appell Montgomerys und seiner Kollegen sei eine große Unterstützung und Motivation für die Ärzte und das medizinische Personal in der Türkei. „Die Türkische Ärztekammer wird ihren Kampf für eine bessere medizinische Versorgung für Patienten fortsetzen“, schreibt Özdemir in dem Brief an den Präsidenten der BÄK.
Hintergrund des Editorials waren die Demonstrationen rund um den Gezi Park in Istanbul im Juni, die sich zu landesweiten Protesten ausgewachsen hatten. Dabei waren die türkischen Sicherheitskräfte zum Teil gewaltsam gegen Ärzte und medizinisches Personal vorgegangen, und hatten sie daran gehindert, verletzte Demonstranten zu versorgen.
Montgomery hatte bereits kurz nach den Vorfällen das Vorgehen der türkischen Regierung und der Polizei kritisiert. In einem Schreiben an den türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete der Präsident der BÄK das Verhalten der Polizeikräfte gegen Ärzte als Verstoß gegen den internationalen Grundsatz der ärztlichen Neutralität, wie sie in der Genfer Konvention festgehalten sei.
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