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Umfrage: Potenzial von Gesundheits-Apps wird nicht ausgeschöpft

  • Mittwoch, 12. August 2026
/maho, stock.adobe.com
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München – Die Bundesbürger nutzen Gesundheits-Apps und Fitnesstracker primär zur Verbesserung ihres Lebensstils – und weniger für gesundheitliche Zwecke. Das geht aus einer heute veröffentlichten Umfrage des Wirtschaftsberatungsunternehmens Deloitte hervor. Das Potenzial von Health-Apps und vernetzten Geräten für die Bekämpfung von Krankheiten werde nicht ausgeschöpft.

Mobile Health wird laut Umfrage derzeit vor allem von jüngeren Menschen zur Optimierung ihres Alltags eingesetzt. Die am häufigsten genannten Nutzungsmotive sind die Verbesserung des Lebensstils (33 Prozent), das Überwachen des eigenen Gewichts (25 Prozent) und die Selbstoptimierung (25 Prozent). Zur Überwachung chronischer Krankheiten oder auf Empfehlung ihres Arztes verwendeten hingegen nur 18 und 13 Prozent diese Anwendungen und Geräte.

Den größten Mehrwert der Apps und Tracker sehen Verbraucher in den Bereichen Bewegung (23 Prozent), Schlaf (zehn Prozent) und Ernährung (neun Prozent). Medizinische Anwendungsfelder wie Herzgesundheit (sieben Prozent) oder Telemedizin (sechs Prozent) spielen auch hier eine geringere Rolle. 30 Prozent der Befragten nehmen keinen spürbaren Nutzen für ihre Gesundheit durch Smartphones oder sogenannte Wearables wie Smartwatches wahr.

Obwohl digitale Gesundheitslösungen ein großes Potenzial für Prävention und Gesundheitsmanagement bieten, stoßen sie bei älteren Menschen auf geringeres Interesse. Während beispielsweise 80 Prozent der 25- bis 34-Jährigen eine Smartwatch nutzen oder deren Anschaffung in Betracht ziehen, trifft dies bei den Über-65-Jährigen nur auf 44 Prozent zu.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Erfassung persönlicher Gesundheitsdaten: Jüngere Befragte messen der Beobachtung ihrer Vitalwerte deutlich mehr Bedeutung bei als die älteren Generationen. Über alle Altersgruppen hinweg bleibt eine einfache Bedienung die wichtigste Voraussetzung für die Nutzung digitaler Gesundheitsangebote (77 Prozent).

Gleichzeitig ist die Zahlungsbereitschaft begrenzt. Für jede in der Studie abgefragte Gesundheitsanwendung würde mehr als jeder Zweite kein Geld ausgeben wollen. Auch die Bereitschaft, in smarte Gesundheitsgeräte wie Fitnesstracker, Smartwatches oder Gesundheitsringe zu investieren, sinke mit zunehmendem Alter deutlich.

„Mobile-Health-Anwendungen werden derzeit vor allem von einer technologieaffinen Zielgruppe für einen gesunden Lebensstil genutzt“, sagte Andreas Gentner, Leiter des Bereichs Telekommunikation, Medien und Technologie.

„Um deutlich mehr Menschen zu erreichen, müssen Anbieter den Fokus konsequent auf die Benutzerfreundlichkeit legen. Gerade ältere Menschen, die besonders von digitalen Gesundheitslösungen profitieren könnten, müssen stärker in den Mittelpunkt der Entwicklung gestellt werden.“

Bei wiederholt auffälligen Gesundheitswerten würde gut die Hälfte der Befragten (51 Prozent) zunächst einen Arzttermin vereinbaren. Knapp zwei von drei Personen (63 Prozent) sind außerdem bereit, Gesundheitsdaten von ihren Geräten mit ihren Ärztinnen und Ärzten zu teilen. Eine große Mehrheit von 83 Prozent bewertet den Einsatz ihrer Daten im Behandlungskontext positiv. Befragt wurden im Juli 2.000 Menschen.

kna

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