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UN: „Am schnellsten wachsender Ebola-Ausbruch aller Zeiten“

  • Donnerstag, 30. Juli 2026
/picture alliance, XinHua
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New York – Angesichts des sich weiter ausbreitenden Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo rufen Experten der Vereinten Nationen (UN) zu einer massiven Ausweitung der Hilfsmaßnahmen auf.

„Die Zahl der Fälle steigt exponentiell an und verdoppelt sich alle 20 Tage. Dies ist ein weitaus schnelleres Wachstum als der Ausbau unserer Hilfsmaßnahmen“, sagte Julien Harneis, UN-Ebola-Koordinator.

„Wir müssen unsere Maßnahmen massiv verstärken, sei es bei der Versorgung mit Hilfsgütern, insbesondere mit Schutzausrüstung, Personal, medizinischem Fachpersonal und Logistikern.“ Eine frühzeitige Behandlung steigere die Überlebenschancen enorm, so Harneis.

„Dies ist der am schnellsten wachsende Ebola-Ausbruch aller Zeiten“, sagte der stellvertretende Leiter des Welternährungsprogramms WFP, Carl Skau. „Zum Vergleich: In den letzten zwei Monaten starben 1.000 Menschen. In Westafrika dauerte es acht Monate, bis 1.000 Menschen starben.“

1.521 Menschen sind seit Ende April nachweislich an dem Virus gestorben, wie die kongolesische Regierung mitteilte. Die Zahl der im Labor bestätigten Infektionen stieg auf 3.442 an. Den Behördenangaben zufolge liegt die Todesrate derzeit bei 44 Prozent – das bedeutet, fast die Hälfte aller nachgewiesenen Ansteckungen endete tödlich.

Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus, die bislang nicht erkannt oder nicht gemeldet wurden. Experten vermuten, dass sich das Virus monatelang vor dem Nachweis des Ausbruchs Mitte Mai ausbreitete.

In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Beim zweitschwersten erfassten Ausbruch von 2018 bis 2020 im Ostkongo starben rund 2.300 Menschen.

Die Behörden führen den starken Anstieg der Fallzahlen teilweise auf eine verbesserte Erkennung und mehr Tests zurück. Die Epidemie könnte nach Einschätzung von Fachleuten noch mehrere Monate andauern.

Es handelt sich um den 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Der aktuelle Ebola-Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, weil es für den Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine gezielte Therapie gibt. Seit Anfang Juli läuft die klinische Testphase zweier antiviraler Therapieverfahren.

dpa/afp

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