Unbeliebtes Souvenir: Beagle erschnüffelt Bettwanzen am Flughafen Incheon

Incheon – Um sich vor der Einreise von Bettwanzen zu schützen, geht Südkorea derzeit einen ungewöhnlichen Weg: Der zwei Jahre alte Beagle Ceco erschnüffelt am Flughafen Incheon den Geruch von Pheromonen, den die kleinen Insekten freisetzen. Mit seiner besonderen Fähigkeit kontrolliert der Hund das Gepäck von Sportlern und Fans, die von den Olympischen Spielen in Paris zurückkehren.
„Es besteht die Möglichkeit, dass nach der Veranstaltung Bettwanzen ins Land kommen“, heißt es in einer Regierungserklärung. „Daher ergreifen wir Präventivmaßnahmen, um die Einreise über den Flughafen Incheon zu verhindern, der das Haupteinfallstor im Land ist“.
Im vergangenen Sommer hatte es internationale Schlagzeilen gegeben, dass sich Bettwanzen in Frankreich verbreiten würden. Fotos und Videos aus Zügen, Kinos und von anderen Orten, auf denen die Insekten zu sehen sein sollen, verbreiteten sich insbesondere in den sozialen Medien.
In Hinblick auf die anstehenden Olympischen Spiele hatte die französische Regierung das Thema sehr ernst genommen, Krisentreffen einberufen und Räume präventiv gereinigt.
2023 war es auch in Südkorea zur Aufregung gekommen, als Berichte über einen Bettwanzenbefall in einem traditionellen Kurort, in Studentenwohnheimen und auf Bahnhöfen bekannt wurden. Die koreanische Regierung reagierte damals mit einer vierwöchigen Kampagne zur Ausrottung der kleinen Insekten.
Beagle Ceco und sein Team, das von den südkoreanischen Ministerien für Sicherheit und Verkehr sowie der Behörde für Seuchenkontrolle und -prävention beauftragt wurde, sind nun seit vergangenem Freitag im Einsatz. Mit einer Trefferquote von 95 Prozent ist Ceco den Angaben des koreanischen Schädlingsbekämpfungsunternehmens Cesco der einzige Hund im Land, der Bettwanzen erschnüffeln kann.
Neben den Kontrollen des Bettwanzenspürhundes gibt die koreanische Regierung an, dass Flugzeuge aus Paris derzeit einmal pro Woche, statt einmal im Monat desinfiziert werden. Ceco wird noch bis zum 8. September im Einsatz sein, bis alle Olympiateilnehmer zurückgekehrt sind.
Bettwanzen sind Parasiten, die sich von menschlichem Blut ernähren und über den Kontakt mit befallenen Matratzen, Bettwäsche, Kleidung und Gepäck verbreiten. Bettwanzenbisse jucken und können mit anderen Insektenstichen verwechselt werden. Sie übertragen allerdings keine Krankheiten und sind nicht meldepflichtig. Dies erschwert die Angaben über ihre Anzahl und die Verbreitung.
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