Vermischtes

Uniklinik Mainz erweitert psychoonkologisches Angebot für Brustkrebs­patientinnen

  • Montag, 16. September 2013

Mainz – Auf die Bedeutung der psychologischen Begleitung von Patientinnen mit Brustkrebs und die entsprechende Arbeit des Vereins „Projekt Schmetterling e.V.“ hat das Brustzentrum der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten der Uniklinik Mainz hingewiesen.

„Um die psychischen und sozialen Ängste und Probleme als Begleiterscheinungen und Folgen einer Krebserkrankung besser bewältigen und eine möglichst hohe Lebens­qualität bewahren zu können, ist eine frühzeitige psychoonkologische Betreuung sehr hilfreich“, hieß es aus der Klinik.

Das Brustzentrum verfüge auch dank des sogenannten Projekts Schmetterling e.V. über ein derartiges Angebot: Der Verein fördere in diesem Jahr erstmals 50 Prozent von zwei Psychologenstellen für die stationäre und psychoonkologische Betreuung. Die andere Hälfte der Personalkosten trage die Universitätsmedizin.

Eine Krebserkrankung wirft viele Fragen, Ängste, Sorgen und Probleme auf. Das Brustzentrum biete nun zusätzlich zu der medizinischen Diagnostik und Therapie eine individuell abgestimmte psychoonkologische Betreuung. Diese beziehe die gesamte Lebenssituation der Patientinnen ein.

„Die Psychoonkologie spielt eine wichtige Rolle bei der emotionalen Verarbeitung einer Krebserkrankung. Insbesondere Patientinnen, die unter ausgeprägten Ängsten oder Depressionen leiden, aber auch Patientinnen ohne guten sozialen Rückhalt können von psychoonkologischer Hilfe profitieren“, sagte der Medizinische Vorstand und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Mainz, Norbert Pfeiffer.

„Der Fokus richtet sich dabei auf die Unterstützung zur Verarbeitung der Erkrankung und möglichst rasche Rückkehr ins aktive Leben. Weitere Aufgabe sind die Vermittlung zu regionalen Netzwerken wie Beratungsstellen, Selbsthilfe – und Sportgruppen“, erläutert Christine Solbach, Leiterin des Brustzentrums.

Wichtig sei, dass die Erkrankten die Hilfe in Anspruch nehmen könnten, aber auch die Angehörigen und insbesondere die Kinder der Familien. „[…]Freunde ziehen sich zurück, weil sie mit der Situation überfordert sind, und Kinder glauben, schuld zu sein. Die mit der Erkrankung einhergehende Problematik ist äußerst vielschichtig“, erläutert Solbach.

„Dieses Modell lässt sich potenziell auf das gesamte Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) der Universitätsmedizin Mainz übertragen“, sagte Bernhard Läpke, der Vorsitzende des Vereins Projekt Schmetterling eV.

hil

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