Universitätsklinik Augsburg setzt kunstbasiertes Verfahren im Medizinstudium ein

Augsburg – Medizinstudierende in Augsburg werden künftig auch mittels des kunstbasierten Verfahrens „Visual Thinking Strategies“ (VTS) geschult. Die medizinische Fakultät der Hochschule hat die Methode im Wintersemester 2025/26 in ihr Lehrkonzept aufgenommen.
VTS ist eine in den USA verbreitete Methode für Medizinstudierende, um kognitive, soziale und kommunikative Kompetenzen zu schulen. Studierende sehen sich dazu gemeinsam ein Kunstwerk an und erarbeiten mithilfe von Leitfragen unterschiedliche Perspektiven und Interpretationen.
In den 1980er-Jahren entwickelten die Psychologin Abigail Housen und der Museumspädagoge Philip Yenawine am Museum of Modern Art in New York die Methode. Ziel ist es, das differenzierte Beobachten, Zuhören und das Wertschätzen unterschiedlicher Perspektiven zu trainieren.
„VTS bietet eine eindrucksvolle Möglichkeit, klinische Beobachtungsfähigkeit, Empathie und Teamkommunikation zu fördern – Fähigkeiten, die für die ärztliche Praxis wesentlich sind“, erklärte der Studiendekan Thomas Rotthof.
Internationale Studien zeigten, dass die VTS-Methode Studierende zu einem bewussteren Umgang mit Mehrdeutigkeit und der Vielfalt von Wahrnehmungen, einer verbesserten diagnostischen Genauigkeit, einer genaueren Ausdrucksfähigkeit und einem erhöhten Einfühlungsvermögen veranlasst.
Seit dem Wintersemester 2025/26 ist VTS in das Lehrkonzept „Maturitas“ der Hochschule eingebettet. „Maturitas“ ist ein semesterübergreifendes Lehrkonzept, das Studierende auf ihrem Weg zu beruflicher Identität, Verantwortung und Reife als zukünftige Ärztinnen und Ärzte begleiten soll.
Im dritten Semester steht es unter dem Titel „Professionelle Wahrnehmung“ und unterstützt Studierende dabei, klinische Situationen und Befunde aufmerksam zu beobachten, ihre Wahrnehmungen bewusst zu reflektieren und ihre Beobachtungskompetenz systematisch weiterzuentwickeln.
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