Unterstützung beim Suizid verstößt gegen ärztliches Ethos
Die deutschen Ärzte lehnen mit großer Mehrheit (61 Prozent) eine Unterstützung beim Suizid ab. Das geht aus einer Allensbach-Umfrage im Auftrag der Bundesärztekammer hervor. Die Argumente liefert die Befragung gleich mit. Die Mehrheit der Ärzte, überraschenderweise sogar die Befürworter einer Legalisierung sieht die Gefahr, dass sich die Menschen als Belastung sehen könnten. Sie gehen aber auch davon aus, dass die ärztliche Suizidbeihilfe gegen den hippokratischen Eid und damit gegen das ärztliche Ethos verstoßen.
Und damit geben sie der Bundesärztekammer ein deutliches Signal, dass sie keineswegs, wie häufig behauptet, eine dementsprechende Änderung der Berufsordnung beziehungsweise der Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung erwarten. Zu wünschen wäre vielmehr eine Präzisierung.
Aus den Ergebnissen geht außerdem hervor, dass der flächendeckende Ausbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen dringend erforderlich. Denn dann wird der Ruf nach aktiver Sterbehilfe wohl hoffentlich endgültig verhallen. Das hofft auch der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, zu Recht.
Unterstützt wird diese Einschätzung des Bundesärztekammer-Präsidenten durch das Umfrageergebnis, wonach Palliativmediziner eine deutlich kritischere Haltung gegenüber jeder Form der Sterbehilfe einnehmen. Also gerade die Ärzte, die besonders viel mit Sterben und Tod konfrontiert sind, vertreten nur zu acht Prozent (Ärzte insgesamt: 54 Prozent) die Ansicht, dass durch den ärztlich begleiteten Suizid ein Patient unnötig lange Schmerzen erleiden muss.
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