Urologen warnen vor Nierenzelltumor
Hamburg – Mit etwa 16.500 jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland ist das Nierenzellkarzinom die dritthäufigste urologische Krebsart. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie im Vorfeld ihres Jahreskongresses hingewiesen. „Nierenkrebs wird heute meist eher zufällig bei Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes entdeckt. Symptome wie Schmerzen oder Blut im Urin werden meistens erst ausgelöst, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist“, sagte der Präsident der DGU, Michael Stöckle.
Er wies darauf hin, dass es für diese Krebsart keine gesetzliche Früherkennung gebe, welche die Krankenkassen regelhaft übernähmen, obwohl die Heilungsaussichten auch beim Nierenzellkarzinom umso günstiger seien, je früher es erkannt werde.
„Die einzige Möglichkeit der Heilung besteht in einer Operation, da Bestrahlung oder Chemotherapie beim Nierenkarzinom nicht greifen“, erläuterte Markus Giessing, stellvertretender Direktor und Leitender Oberarzt der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf, die Behandlung der Tumorerkrankung. Allerdings sei es nicht sinnvoll, alle Nierentumoren zu operieren. „Bei Patienten über 75 Jahren mit einem kleinen Nierentumor kann durchaus ein abwartendes Vorgehen sinnvoll sein“, so Giessing.
Sei eine Operation nötig, versuchten Urologen heute wann immer möglich eine organerhaltende Operation. „Langzeitstudien konnten zeigen, dass die Tumorheilungsraten bei organerhaltender Tumorentfernung genauso gut sind wie bei der kompletten Nierenentfernung“, erläuterte Giessing.
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