US-Sanktionen bringen deutsches Medizintechnikgeschäft mit dem Iran zum Erliegen

Berlin – Seit dem vergangenen Samstag sind die US-amerikanischen Sanktionen gegen den Iran wieder vollständig in Kraft. Sie treffen das Ölgeschäft des Landes, richten sich aber auch darauf, den Iran vom globalen Finanzmarkt zu isolieren. Nahezu alle Banken haben den Zahlungsverkehr mit dem Iran eingestellt, um ihren Zugang zum US-amerikanischen Finanzmarkt nicht zu gefährden. Das trifft auch die deutsche Medizintechnikbranche: „Die Unternehmen stecken in der Sackgasse. Es ist ihnen schlichtweg nicht mehr möglich, Handel mit dem Iran zu betreiben“, sagte der Geschäftsführer des Industrieverbandes Spectaris, Jörg Mayer.
Laut dem Verband liegt der Iran auf Platz 40 der Exportmärkte mit einem Volumen von rund 43 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018. Zum Vergleich: Im Jahr 2016, als das Iran-Embargo gelockert wurde, betrug das Handelsvolumen der deutschen Medizintechnik mit dem Iran rund 143 Millionen Euro im Gesamtjahr. „Wir würden uns wünschen, dass die deutschen Banken flexibler bei Zahlungen aus dem Iran reagieren und die Zahlungskanäle zumindest für die Branchen offen halten würden, für die der Handel mit dem Iran auch nach den US-Sanktionen ausdrücklich erlaubt ist“, so Mayer.
Branche auf Wachstumskurs
Insgesamt blickt die deutsche Medizintechnik aber optimistisch in die Zukunft. Für 2018 rechnen die Unternehmen im Durchschnitt mit einem Umsatzplus von etwa vier bis fünf Prozent, sodass die Branche in diesem Jahr voraussichtlich erstmalig die 30-Milliarden-Euro-Marke überschreiten werde. „Die Geschäftsentwicklung entspricht damit weitgehend unseren Erwartungen, wir rechnen mit einem Gesamtumsatz von rund 31 Milliarden Euro“, sagte Mayer. Auch für die Beschäftigtenzahl weisen die Prognosen einen Zuwachs aus. Es wird erwartet, dass die Mitarbeiterzahl in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten um vier Prozent auf 143.000 ansteigen wird.
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