Vermischtes

US-Sanktionen bringen deutsches Medizintechnik­geschäft mit dem Iran zum Erliegen

  • Montag, 5. November 2018
/tong2530, stockadobecom
/tong2530, stockadobecom

Berlin – Seit dem vergangenen Samstag sind die US-amerikanischen Sanktionen gegen den Iran wieder vollständig in Kraft. Sie treffen das Ölgeschäft des Landes, richten sich aber auch darauf, den Iran vom globalen Finanzmarkt zu isolieren. Nahezu alle Banken haben den Zahlungsverkehr mit dem Iran eingestellt, um ihren Zugang zum US-ameri­kanischen Finanzmarkt nicht zu gefährden. Das trifft auch die deutsche Medizin­technikbranche: „Die Unternehmen stecken in der Sackgasse. Es ist ihnen schlichtweg nicht mehr möglich, Handel mit dem Iran zu betreiben“, sagte der Geschäftsführer des Industrieverbandes Spectaris, Jörg Mayer.

Laut dem Verband liegt der Iran auf Platz 40 der Exportmärkte mit einem Volumen von rund 43 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2018. Zum Vergleich: Im Jahr 2016, als das Iran-Embargo gelockert wurde, betrug das Handelsvolumen der deutschen Medizin­technik mit dem Iran rund 143 Millionen Euro im Gesamtjahr. „Wir würden uns wünschen, dass die deutschen Banken flexibler bei Zahlungen aus dem Iran reagieren und die Zahlungskanäle zumindest für die Branchen offen halten würden, für die der Handel mit dem Iran auch nach den US-Sanktionen ausdrücklich erlaubt ist“, so Mayer. 

Branche auf Wachstumskurs

Insgesamt blickt die deutsche Medizintechnik aber optimistisch in die Zukunft. Für 2018 rechnen die Unternehmen im Durchschnitt mit einem Umsatzplus von etwa vier bis fünf Prozent, sodass die Branche in diesem Jahr voraussichtlich erstmalig die 30-Milliarden-Euro-Marke überschreiten werde. „Die Geschäftsentwicklung entspricht damit weitgehend unseren Erwartungen, wir rechnen mit einem Gesamtumsatz von rund 31 Milliarden Euro“, sagte Mayer. Auch für die Beschäftigtenzahl weisen die Prognosen einen Zuwachs aus. Es wird erwartet, dass die Mitarbeiterzahl in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten um vier Prozent auf 143.000 ansteigen wird.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung