Medizin

US-Studie hält ambulante Appendektomie für sicher

  • Mittwoch, 26. April 2017
Uploaded: 26.04.2017 15:09:45 by maybaum
/chanawit, stock.adobe.com

Los Angeles – Einige US-Kliniken haben begonnen, Appendektomien ambulant durch­zuführen. Unter strengen Vorsichtsmaßnahmen hat sich dies in einer prospektiven Beobachtungsstudie im Journal of the American College of Surgeons (2017; doi: 10.1016/j.jamcollsurg.2017.02.004) als sicher erwiesen.

Die meisten Appendektomien werden heute laparoskopisch durchgeführt. Die Patienten erholen sich in der Regel schneller als nach einer offenen Operation. Sie haben weniger Schmerzen und können früher wieder Nahrung zu sich nehmen. Dennoch würde in Deutschland kein Chirurg seine Patienten noch am gleichen Tag nach Hause schicken. Die Patienten bleiben üblicherweise zur Beobachtung über mehrere Tage in der Klinik.

US-Kliniken sind hier wesentlich mutiger. Das Los Angeles County+USC Medical Center, in Lehrkrankenhaus mit 600 Betten, hat ein Protokoll erarbeitet, nach dem erwachsene Patienten nach einer laparoskopischen Appendektomie noch gleichentags entlassen werden können. 

Voraussetzung ist laut Glenn Ault, dem Leiter der Abteilung für Kolorektalchirurgie, dass die Patienten nach dem Erwachen aus der Narkose normale Vitalzeichen aufweisen, dass ihre Schmerzen ausreichend durch Medikamente gelindert wurden, dass die Harn­produktion eingesetzt hat, dass die Patienten alleine gehen können und in der Lage sind, Nahrung zu sich zu nehmen. Der Arzt im Aufwachraum entscheidet in jedem Einzel­fall, ob die Patienten nach Hause entlassen werden können.

Vorher muss der Chirurg seine Zustimmung gegeben haben. Voraussetzung ist ein kom­plikationsfreier Verlauf der Operation. Bei einer Ruptur oder einer Gangrän des Appen­dix bleiben die Patienten selbstverständlich zur Beobachtung in der Klinik, berichtet Ault.

Von 173 Patienten, die seit der Einführung des neuen Programms operiert wurden, konnten immerhin 113 (61 Prozent) am gleichen Tag entlassen werden. Es handelte sich eher um ältere Patienten (Alter 36 versus 32 Jahre) mit einer kürzeren Operati­ons­zeit (69 Minuten versus 83 Minuten) und die länger auf der Aufwachstation verbracht hatten (242 versus 141 Minuten).

Alle Patienten wurden später von den Kliniken angerufen und nach ihrem Zustand be­fragt. Laut Ault gab es im postoperativen Verlauf keine Unterschiede zu einer früheren Gruppe von 178 Patienten aus der Zeit, als noch alle Patienten stationär behandelt wurden. Keiner der ambulant operierten Patienten hatte postoperative Komplikationen und keiner musste erneut stationär aufgenommen werden. Auch hinsichtlich der Zufriedenheit der Patienten hat es laut Ault keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gegeben.

rme

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