VdK fordert mehr Unterstützung für Pflegebedürftige und Angehörige
München – Der Sozialverband VdK fordert mehr Geld für Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Viele Pflegende bekämen gar keine finanzielle Unterstützung, kritisierte Vdk-Präsidentin Ulrike Mascher heute in München. Gerade Frauen, die für die Pflege ihren Beruf aufgeben müssten, seien aufgrund ihrer ohnehin oft geringeren Einkommen von Armut bedroht.
Gleichzeitig warnte Mascher davor, dass sich auch die schlechte finanzielle Situation vieler Pflegebedürftiger aufgrund des Trends zur Versorgung im Heim noch verschärfen könnte. Immer mehr Pflegebedürftige müssten dafür Sozialhilfe beantragen. Die Zahl der Heimbewohner ist den Angaben nach in Bayern zwischen 2007 und 2009 um 2,2 Prozent gestiegen. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl um 18 Prozent gewachsen.
Der VdK fordert deshalb eine Erhöhung der Leistungen aus der Pflegeversicherung. Finanziert werden soll dies nach den Vorstellungen des Verbands unter anderem durch einen Solidarausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung.
Den Angaben zufolge gab es Ende 2009 in Bayern rund 320.000 Pflegebedürftige, vor allem in Teilen Unter- und Oberfrankens sowie in Niederbayern ist deren Zahl verhältnismäßig hoch. Auf 1.000 Einwohner kommen demnach in den vielen Landkreisen 35 oder mehr Pflegebedürftige.
Den Spitzenwert erreichte die Stadt Passau mit 49 Pflegebedürftigen pro 1.000 Einwohner. Die Regionen mit der höchsten Pflegebedürftigkeit seien gleichzeitig auch die strukturschwächsten in Bayern, sagte Mascher.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: