„VERAH-Care“ entlastet Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin – Rund 140 Versorgungsassistentinnen entlasten derzeit im Nordosten 117 Hausärzte bei der Versorgung chronisch kranker Menschen. Die 2009 eingeführte Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) hat sich nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Mecklenburg-Vorpommern und der AOK Nordost bewährt.
Wie beide Organisationen am Donnerstag in Schwerin mitteilten, wurde der Versorgungsvertrag weiterentwickelt und ergänzt. 107 bereits als VERAH tätige medizinische Fachangestellte haben sich seit Jahresbeginn zu VERAH-Care-Schwestern weiterqualifiziert, deutlich mehr als erwartet. In Plate bei Schwerin gibt es den bislang einzigen männlichen Versorgungsassistenten im Land.
„Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass zusätzlich qualifizierte Praxismitarbeiterinnen weitere anspruchsvolle Aufgaben bei der Patientenbetreuung übernehmen können“, sagte Dieter Kreye, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV. Kreye, der zugleich Vorsitzender des Hausärzteverbandes in seinem Bundesland ist, wies zudem darauf hin, dass die Versorgungsassistentinnen nicht allein den Hausarzt unterstützten, sondern zusätzlich für die Versicherten und ihre Angehörigen bestimmte organisatorische Aufgaben abwickeln. So sollen sie Patienten auf Klinikaufenthalte vorbereiten und im Anschluss daran pflegerische und therapeutische Maßnahmen koordinieren, etwa mit Sanitätshäusern oder Pflegediensten.
Die neuen VERAH-Care können zudem die Patienten zu Hause unterstützen, indem sie über die Medikamenteneinnahme aufklären oder bei der Wundversorgung helfen. „Sie sind Kümmerer“, befand AOK-Geschäftsführer Harald Möhlmann, „und tragen dazu bei, dass die Patienten zu Hause alles besser auf die Reihe bekommen.“ Kreye empfahl seinen Kolleginnen und Kollegen, Versorgungsassistentinnen zu beschäftigen. Zwar koste deren Fortbildung Geld, und die Bezahlung für ihren Einsatz müsse noch besser werden. Dennoch seien VERAH und VERAH-Care „ein Supermodell“.
„Zeit und Zuwendung sind die größten Defizite, die wir in der medizinischen Versorgung haben“, meinte der Vorsitzende des Hausärzteverbands. Seinen Versorgungsassistentinnen räume er mehr Zeit für einen Hausbesuch ein als sich selbst, und sie erführen oft mehr als ein Arzt.
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