Verbot von Leihmutterschaft: Keine Änderung geplant

Berlin – Leihmutterschaft sollte in Deutschland aus Sicht der CDU verboten bleiben. Dies betonte eine Parteisprecherin, nachdem Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) und sein Ehemann Daniel Funke die Geburt eines Babys mit Hilfe einer Leihmutter in den USA bekanntgegeben hatten. Ein Sprecher von Familienministerin Karin Prien (CDU) stellte in den Funke-Medien klar: „Der Koalitionsvertrag sieht keine Änderung der aktuellen Rechtslage vor.“
Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die CDU beschloss bei einem Parteitag im Februar: „Angesichts ethischer, rechtlicher und praktischer Bedenken gegenüber Leihmutterschaft bekräftigt die CDU Deutschlands ihre Forderung, Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern.–
Mit dem Weg über die USA zog Spahn Kritik auf sich. Die Thüringer Landesvorsitzende der Frauen Union, Marion Rosin, sagte der Funke-Mediengruppe: „Leihmutterschaft ist in Deutschland aus guten ethischen Gründen verboten. Wer dieses Verbot durch eine Auslandslösung umgeht, setzt sich über den Geist des deutschen Gesetzes hinweg.“ Wenn Glaubwürdigkeit eines Spitzenpolitikers verloren gehe, „ist Rücktritt eine Frage der Konsequenz“.
Auch auf Instagram gab es unter einem Bild von Funke und Spahn mit Kinderwagen kritische Kommentare, zumal sich auch Spahn in der Vergangenheit gegen Leihmutterschaft positioniert hatte. In der Bild ging Funke auf Bedenken ein: „Uns ist bewusst, dass beim Thema Leihmutterschaft oft Unsicherheit herrscht und auch manches Vorurteil besteht. Aber wie sagte der große Franz Beckenbauer: ‚Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.‘“
Spahn und Funke hatten gestern bekannt gemacht, dass sie Eltern geworden sind. „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm“, sagte Spahn zu Bild. „Georg ist unser ganzes Glück. Dieses Gefühl lässt sich kaum in Worte fassen.“ Der Junge kam nach Informationen der Zeitung in den USA zur Welt und wurde von einer Leihmutter geboren. Spahns Büro bestätigte die Medieninformationen auf dpa-Anfrage.
Justizministerin Stefanie Hubig hatte im Mai deutlich gemacht, dass keine Änderung am Verbot von Leihmutterschaft geplant sei. Jetzt sagte die SPD-Politikerin in Berlin, dass sie aber über einen anderen Aspekt nachdenke: eine „doppelte Mutterschaft“ für Frauen in einer langjährigen Partnerschaft, in der die eine Frau ein Kind auf die Welt bringe und die andere keine biologische Mutter sei.
Über andere Fortpflanzungsformen werde man dann „auch nochmal diskutieren müssen“, sagte Hubig. „Und es freut mich, dass der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU jetzt Familienzuwachs hat und sicherlich dann auch Verständnis hat für die Situation von zwei Müttern. Und das wäre, glaube ich, schon mal ein guter Schritt, da voranzukommen.“
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