Verbraucher fordern gesetzliche Informationspflichten für Kassen
Berlin – 78 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten sprechen sich dafür aus, dass gesetzlich festgeschrieben wird, welche konkreten Informationen Krankenkassen zu ihren Leistungen, Service- und Beratungsangeboten veröffentlichen müssen. Ebensoviele wünschen sich eine Darstellung der erfolgreichen Widersprüche nach einzelnen Leistungsbereichen. Das geht aus einer forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) unter 1.002 Befragten ab 18 Jahren hervor.
Hintergrund der Umfrage ist die Annahme von langfristig steigenden Zusatzbeiträgen und die Forderung danach, Krankenkassen besser vergleichen zu können. „Bei der Wahl der Krankenkasse sind gute Informationen zu den Angeboten der Kasse das A und O. Bislang sind sie jedoch Mangelware“, erklärte Kai Vogel, Gesundheitsexperte beim vzbv. Eine umfassende Informationspflicht für Krankenkassen sei unerlässlich, um mehr Vergleichbarkeit zu schaffen.
Vogel betonte, es müsse möglich werden, auf einen Blick zu erfahren, welche konkreten Zusatzleistungen eine Kasse anbiete, etwa Nutzungsmöglichkeiten von digitalen Angeboten, Details von angebotenen Hausarztverträgen oder Zusatzleistungen bei der Zahnversorgung. Wichtig sind laut vzbv darüber hinaus Informationen zum Umgang mit Anträgen von Verbrauchern für Leistungen, die einzeln durch die Krankenkasse genehmigt werden müssen, etwa Rehabilitationsmaßnahmen.
„Bisher finden Verbraucher hierzu keinerlei Angaben“, monieren die Verbraucherschützer. Sie fordern, dass jede Krankenkasse zumindest jährlich verbindliche Informationen veröffentlichen müssen sollte, wie viele Widersprüche von Versicherten gegen nicht genehmigte Leistungen erfolgreich waren.
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