Viele Kommunen sehen die hausärztliche Versorgung gefährdet

Duisburg-Essen – Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen (NRW) sorgen sich um die Zukunft der hausärztlichen Versorgung. Das hat eine Online-Umfrage der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen ergeben. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Das Gesundheitswesen“ erschienen.
Die Arbeitsgruppe am Institut für Allgemeinmedizin hatte im Frühjahr 2023 zusammen mit dem Städte- und Gemeindebund NRW, dem Landkreistag NRW sowie dem Städtetag NRW die Bürgermeister beziehungsweise Gesundheitsdezernenten aller 427 Kommunen im Bundesland zu ihrer kommunalen Perspektive auf die künftige hausärztliche Versorgung befragt.
An der Befragung nahmen 192 Kommunen teil (Rücklauf: 45,0 Prozent). Die Mehrheit der Kommunen (86,6 Prozent) schätzt die Versorgung vor Ort in den nächsten zehn Jahren als (eher) nicht sichergestellt ein. Die Kommunen äußern den Wunsch nach mehr eigenen Einflussmöglichkeiten (79,5 Prozent).
Gleichzeitig halten sie ein stärkeres Engagement insbesondere der Kassenärztlichen Vereinigungen (85,4 Prozent) sowie des Landes (72,4 Prozent) für die Sicherstellung der Versorgung für notwendig.
„Die kommunale Perspektive ist ein wesentlicher Baustein bei den Überlegungen, wie in Zukunft die hausärztliche Versorgung sichergestellt werden kann“, sagte Jürgen in der Schmitten, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Essen.
Die Kommunen sollten daher stärker als bislang in die Planungen und Maßnahmen zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung einbezogen werden.
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