Viele Schulen wegen Dauersmogs in Shijiazhuang geschlossen

Shijiazhuang – Wegen schweren Dauer-Smogs sind in der chinesischen Millionen-Metropole Shijiazhuang zahlreiche Schulen geschlossen worden. Seit Mittwoch sind die Kindergärten und Grundschulen der Stadt mit knapp elf Millionen Einwohnern auf Anordnung der Behörden zugesperrt, die weiterführenden Schulen sollten eigenständig über die Schließung oder die Fortsetzung des Unterrichtsbetriebs entscheiden.
Der Umgang mit den Umweltgefahren führte nun in China, wo Debatten über gesellschaftliche Belange sonst kaum in aller Öffentlichkeit geführt werden, zu heftigen Meinungsäußerungen. Selbst die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua warf den Behörden „Pflichtverletzung“ vor.
Die Feinstaubbelastung war am Montag auf mehr als 1.000 Mikrogramm pro Kubikmeter angestiegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass bei einer 24-stündigen Belastung der Wert von 25 Mikrogramm nicht überschritten werden soll.
Hintergrund der aktuellen Umweltbelastungen könnte unter anderem eine Maßnahme sein, mit der die Belastungen verringert werden sollten: Die Regierung ließ zahlreiche Stahlwerke schließen, um den Schadstoffausstoß zu verringern. Daraufhin gab es weniger Stahl und die Preise stiegen. Das hatte zuletzt zur Folge, dass in den verbleibenden Stahlwerken die Produktion hochgefahren wurde, wie es in einem Bericht der Tageszeitung China Daily hieß.
Schon seit Freitag gilt in mindestens 23 Städten der Volksrepublik wegen des starken Smogs Alarmstufe Rot. Vor einem Jahr war erstmals seit Inkrafttreten eines Maßnahmenkatalogs zum Kampf gegen Luftverschmutzung im Jahr 2013 in China die höchste Smog-Alarmstufe ausgerufen worden.
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