Ausland

Von der Leyen warnt vor Rohstoffkrise in Europa

  • Mittwoch, 22. Oktober 2025
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen /picture alliance, Philipp von Ditfurth
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen /picture alliance, Philipp von Ditfurth

Straßburg – EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnt vor einer möglichen Rohstoffkrise in der EU. Angesichts Europas Abhängigkeit von Energie- und anderen Rohstoffimporten will sie mehr für Europas wirtschaftliche Sicherheit unternehmen.

„Eine Krise bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist kein fernes Risiko mehr. Sie steht vor der Tür“, sagte die Kommissionspräsidentin in einer Rede im Europaparlament in Straßburg. Kein Land solle die Fähigkeit haben, die wirtschaftliche Sicherheit Europas zu untergraben.

Man habe gesehen, was passiert, wenn man sich zu sehr in die Abhängigkeit eines Landes begebe, sagte von der Leyen, ohne ein konkretes Land zu nennen. Nach Beginn des russischen Angriffs gegen die Ukraine wurden etwa Abhängigkeiten von Energie aus Russland spürbar.

„Ich werde bereit sein, weitere Maßnahmen vorzuschlagen, um Europas wirtschaftliche Sicherheit zu gewährleisten“, sagte von der Leyen. Hintergrund sind vor allem Sorgen über Abhängigkeiten bei kritischen Rohstoffen und Schlüsseltechnologien.

Dabei geht es etwa um Materialien für die Herstellung von Mikrochips, Windkraftanlagen oder Batterien. Häufig deckt die EU ihren Bedarf zu einem Großteil durch ein einziges Drittland.

Erst gestern hatte ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln im Auftrag des Pharmaverbandes Pro Generika gezeigt, dass die Abhängigkeit der europäischen Arzneimittelversorgung von der Volksrepublik China hat in den vergangenen 15 Jahren massiv zugenommen hat.

Insbesondere bei Antibiotika, Schmerzmitteln und Diabetesmedikamenten könnte die hiesige Industrie politisch herbeigeführte Exportstopps mittelfristig kaum kompensieren, heißt es darin.

dpa

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