Von guten Hausarztverträgen profitieren auch Fachärzte
Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg hat die positive Evaluation des AOK-Hausarztvertrages (Hausarztzentrierte Versorgung, HzV) im Land begrüßt. „Wir werden uns die Ergebnisse genau anschauen und die Wirkungsmechanismen, die dazu geführt haben, untersuchen“, sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Norbert Metke. Dabei stehe auch zur Debatte, ob und welche sinnvollen Aspekte aus den HzV-Verträgen die KV in die Regelversorgung übernehmen könne.
Wissenschaftler der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg waren bei der Evaluation des Vertrages zu dem Schluss gekommen, dass insbesondere chronisch Kranke besser und strukturierter versorgt werden, wenn sie sich in einer Hausarztpraxis eingeschrieben haben.
Für Metke sind die Ergebnisse der Evaluation auch aus fachärztlicher Sicht zu begrüßen. „Die HzV-Verträge in Baden-Württemberg erleichtern die fachärztliche Tätigkeit, da sie die unstrukturierte Inanspruchnahme fachärztlicher Leistungen bei gleichen Patientenzahlen reduziert haben“, sagte er.
Die HzV-Verträge schafften Rahmenbedingungen, in denen fachärztliches Know-How die Patienten erreiche, die es benötigten. Deshalb seien HzV-Verträge ein Plus für den Facharzt. Metke warnte davor, die Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre wieder aufflammen zu lassen: „Wer die alten Grabenkämpfe Hausarzt-Facharzt wieder aufnimmt, nimmt den Fachärzten ihre Zukunftsperspektive. Was sich hausärztlich bewährt, ist fachärztlich gut“, betonte der KV-Chef.
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