Warnung vor Nachwuchsproblemen in der Rheumatologie

Potsdam – Vor einem strukturellen Problem in der rheumatologischen Versorgung in Brandenburg hat der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Schierack gewarnt. Der Cottbuser Orthopäde hatte im Rahmen einer „Kleinen Anfrage“ an das Potsdamer Gesundheitsministerium unter anderem die Zahl der in Brandenburg praktizierenden Rheumatologen abgefragt.
Wie aus der Antwort des Ministeriums, die dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt, hervorgeht, sind derzeit 35 rheumatologische Fachinternisten mit 28,75 Versorgungsaufträgen sowie 13 rheumatologisch arbeitenden Orthopäden mit 11,5 Versorgungsaufträgen in Brandenburg tätig.
Keine Auskunft konnte das Ministerium dazu geben, wie sich der entsprechende Bedarf bis 2035 entwickeln wird.
Zurückgegangen ist die Zahl der Weiterbildungsbefugten in der Rheumatologie: Derzeit bestehen in Brandenburg noch acht entsprechende Weiterbildungsstätten, bis 2023 waren es noch elf.
„Für die ambulante Weiterbildung hat die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) bereits seit mehr als zwei Jahren Fördermittel bereitgestellt, die bislang jedoch nicht in Anspruch genommen worden sind“, heißt es in der Antwort des Ministeriums.
Der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) habe als Hauptursache der Nichtinanspruchnahme die fehlenden flächendeckenden Weiterbildungsmöglichkeiten in stationären Einrichtungen vorgetragen.
„Da die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie eine schwerpunktmäßige Weiterbildung im stationären Bereich voraussetzt, sind entsprechende Weiterbildungskapazitäten zwingend erforderlich, um anschließend eine ambulante Weiterbildung in einer Brandenburger Praxis weiterführen zu können.“
Die Landesregierung verpasse die Chance, junge Ärztinnen und Ärzte für die Rheumatologie zu gewinnen, sagte Schierack dem Deutschen Ärzteblatt.
Es fehlten finanzielle Anreize und eine klare Digitalstrategie, um Versorgung auch im ländlichen Raum zu sichern, so der Mediziner, der auch der Kammerversammlung der Landesärztekammer (LÄKB) angehört und Vizepräsident des DRK-Landesverbands Brandenburg ist.
„Wer jetzt nicht handelt, riskiert, dass die rheumatologische Versorgung in Brandenburg in wenigen Jahren zusammenbricht.“ Nötig seien ein koordiniertes Landesprogramm zur Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung, bessere Weiterbildungskapazitäten und eine digitale Vernetzung zwischen Praxen und Kliniken.
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