Gesundheit

Warum Gesichtsvisiere und N95-Respiratoren mit Ventil SARS-CoV-2 nicht aufhalten können

  • Donnerstag, 26. November 2020

Berlin – Ein Gesichtsschutzschild aus Kunststoff ist schicker und ein N95-Respirator mit Ven­til ist angenehmer zu tragen als ein Mund-Nase-Schutz. Doch ihren Zweck, andere Men­schen vor Viren zu schützen, die beim Husten mit den Aerosolen ausgestoßen werden, er­füllen sie vermutlich nicht. Dies verdeutlichen Experimente, die Ingenieure aus Florida durchgeführt haben.

Das Team um Manhar Dhanak von der Florida Atlantic University in Fort Pierce haben Pupp­en mit einem Gesichtsvisier oder einem N95-Respirator (in Deutschland als FFP-2-Maske bekannt) versehen und von hinten durch die offene Mundöffnung eine Mischung aus des­tilliertem Wasser und Glycerin versprüht. Die dabei entstehenden Aerosole wurden mit ei­nem Laserlicht sichtbar gemacht. In den Experimenten wurde mit einer Pumpe ein Husten­reiz nachgestellt.

Bei den Gesichtsvisieren werden die Aerosole zunächst gegen die Schutzfolie geschleudert. Danach entweichen sie nach unten und verteilen sich in der Umgebung. Sie sinken dabei je­doch nicht gleich zu Boden. Infolge der Turbulenzen können sie sich auch horizontal aus­brei­ten. Bei den N95-Respiratoren mit Ventil werden ebenfalls Aerosole ausgestoßen. Der Luftstrom ist zwar eher nach unten gerichtet. Dafür kommt es allerdings auch zu einem Ent­weichen über den oberen Rand der Maske.

Zu einem Entweichen von Aerosolen aus dem oberen Rand kam es auch bei einem N95-Re­spirator ohne Ventil, der bei einem Hustenreiz offenbar nicht in der Lage war, die gesamte Luft zu filtern. Bei den chirurgischen Masken scheint es Qualitätsunterschiede zu geben. Das erste Fabrikat hielt die Aerosole weitgehend zurück. Das zweite Fabrikat erwies sich als un­tauglich. Wer eine Maske trägt, sollte vorsichtshalber in den Ellbogen niesen oder husten.

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