Was Menschen zu einer Coronaimpfung bewegen könnte

Trier – Weltweit arbeiten viele Forschungsteams an einem Impfstoff gegen das COVID-19-Virus. Wissenschaftler der Universität Trier haben sich bereits jetzt die Frage gestellt, wie möglichst viele Menschen dazu motiviert werden könnten, sich impfen zu lassen. Ergebnis: Der stärkste Motivationsfaktor ist offenbar nicht die eigene Gesundheit, sondern der Schutz gefährdeter Menschen.
Laut einer ebenfalls neuen Studie unter Leitung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg ist die Bereitschaft der Bürger in Europa, sich gegen SARS-CoV-2 impfen zu lassen, sobald die Impfung vorliegt, in den vergangenen Monaten deutlich gesunken.
In Deutschland und Frankreich ist die Zustimmung zur Impfung unter den befragten europäischen Ländern am geringsten. So gibt jeder fünfte in Deutschland an, sich nicht gegen SARS-CoV-2 impfen lassen zu wollen.
In der Trierer Studie boten die Wissenschaftler um Marc Oliver Rieger den Teilnehmern drei Motivationsstränge an, die für eine Impfung sprachen. Davon beruhten zwei auf egoistischen Motiven: eine Impfung senke das eigene Sterberisiko und verhindere Einschränkungen durch einen Ausbruch der Krankheit.
Die dritte – altruistische – Motivation war: Geimpfte seien eine geringere Ansteckungsgefahr für Risikogruppen und für Menschen, die nicht geimpft werden könnten. An der Studie nahmen 303 Teilnehmer teil.
Es zeigte sich, dass alle drei Motivationsstränge die Impfbereitschaft förderten. Bei Weitem am wirksamsten war jedoch der Aspekt, hierdurch Menschen schützen zu können, die nicht geimpft werden können. Bei mehr als 40 Prozent der Teilnehmer, die zuvor noch nicht sicher waren, ob sie sich impfen lassen würden, steigerte diese Motivation die Bereitschaft zu einer Impfung.
Der Hinweis auf die eigene Gesundheitsgefährdung und dass auch weniger anfällige Personen durch Corona gesundheitliche Komplikationen erleben können, steigerte die Bereitschaft zu einer Impfung lediglich bei 15 bis 19 Prozent.
„Der beste Ansatz für eine höhere Impfbereitschaft scheint zu sein, die Risiken zu erklären, die nicht geimpfte Personen für andere darstellen können. Dieses Ergebnis impliziert, dass diesem Aspekt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte“, sagte Rieger.
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