Welt-Malaria Tag: WHO legt Pläne für „Eliminationsszenarien“ vor
Genf – Der deutliche Rückgang der Malariaerkrankungen seit dem Jahr 2000 lässt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) optimistisch in die Zukunft blicken. Zum Welt-Malaria Tag am 25. April wurde ein Manual veröffentlicht, das den Mitgliedsländern bei der Elimination der Erkrankung helfen soll.
Im Jahr 2012 waren nach Schätzung der WHO 207 Millionen Menschen an der Malaria erkrankt, 627.000 Menschen sind in dem Jahr an den Folgen der Tropenkrankheit gestorben. Für die WHO sind dies fast schon gute Zahlen, denn seit 2000 ist es weltweit zu einem Rückgang der Malaria-Mortalität um 42 Prozent gekommen, in Afrika sind sogar 49 Prozent weniger Menschen daran gestorben.
Noch immer ist die Erkrankung in 97 Ländern der Erde verbreitet, 19 dieser Länder befinden sich nach Einschätzung der WHO jedoch in einer „Prä-Eliminationsphase“. Vier weitere Länder konnten jüngst für malariafrei erklärt werden: Dies waren 2007 die Vereinigten Arabischen Emirate, 2010 Marokko und Turkmenistan sowie 2011 Armenien. In anderen Ländern, darunter Sri Lanka und Sansibar (einem halbautonomen Teilstaat von Tansania) hat es dagegen Rückfälle gegeben, aus denen andere Länder jedoch ihre Lehren ziehen könnten.
In Sri Lanka kam es 1962 zu einem raschen Wiederanstieg der Erkrankungszahlen, nachdem ein Programm zum Versprühen von Insektiziden in Innenräumen vorzeitig beendet worden war. In Sansibar scheiterte die Elimination an der Ignoranz der politischen Führung.
Nach Ansicht von John Reeder, dem Leiter des „Global Malaria Program“ der WHO brauchen die einzelnen Länder für eine Elimination einen langen Atem. Ebenso wichtig wie die Bemühungen zur Senkung der Erkrankungszahlen seien Pläne für die Zeit danach.
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