Wenige Deutsche kennen europaweiten Notruf

Gütersloh – Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat auf den geringen Bekanntheitsgrad der europaweit einheitlichen Notrufnummer hingewiesen. Einer repräsentative Umfrage der Europäischen Kommission zufolge wissen gerade einmal 17 Prozent der Bundesbürger, dass die 112 europaweit als Notruf funktioniert. Damit findet sich Deutschland in dieser Wertung auf dem viertletzten Rang wieder.
An der Spitze des Rankings liegen Polen, Slowakei, Finnland, Luxemburg und Tschechien, deren Einwohner mehrheitlich die 112 kennen. Insgesamt kommt das EU-Barometer, zu dem in allen EU-Ländern Befragungen durchgeführt wurden, zu dem Schluss, dass nicht einmal ein Drittel der Bürger in den 28 Mitgliedsstaaten (27 Prozent) über den einheitlichen Notruf Bescheid weiß.
„Eine gefährliche Unkenntnis, denn gerade bei der Volkskrankheit Schlaganfall zählt jede Minute“, erklärte Liz Mohn, Präsidentin der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Sie zog aber auch ein positives Fazit. Denn immerhin wüssten laut EU-Barometer 75 Prozent der Deutschen, dass sie beim Notfall im eigenen Land die 112 wählen müssen. Hier zeige die jahrelange Aufklärungsarbeit erste Erfolge.
Den EU-weiten Notruf gibt es seit 2008. Auch wenn teilweise landeseigene Notrufnummern parallel existieren, funktioniert in allen EU-Mitgliedsstaaten der Notruf 112 aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz.
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