Weniger Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs stationär behandelt

Berlin – Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden müssen, geht in Deutschland weiter zurück. Das geht aus Zahlen hervor, die der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, heute bekanntmachte.
Im vergangenen Jahr wurden demnach rund 9.200 Minderjährige wegen Alkoholmissbrauchs stationär behandelt. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl um 19 Prozent zurück. Das Statistische Bundesamt habe damit den niedrigsten Stand seit 2001 verzeichnet, hieß es.
2022 waren noch rund 11.500 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingewiesen worden. Die Zahl ist seit Jahren rückläufig. Zum Vergleich: Den Höchstwert gab es im Jahr 2012 mit rund 26.700 Behandlungsfällen in dieser Altersgruppe.
Es sei erfreulich, dass offenbar immer mehr Jugendliche gesundheitsbewusst mit Alkohol umgingen, sagte Blienert. „Dennoch ist der gesellschaftliche Umgang mit Alkohol nach wie vor besorgniserregend.“ Jeder Schluck sei schädlich und regelmäßiger Konsum könne abhängig machen, warnte der Beauftragte. „Keine andere Droge zerstört so viele Leben, entzweit so viele Familien, führt zu so viel Gewalt und Unfällen. Wahrheiten, die man sich nicht schön trinken kann.“
Zusammen mit der Krankenkasse DAK-Gesundheit startet Blienert auch in diesem Jahr wieder die Präventionskampagne „Bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“. Kinder und Jugendliche sind bis Ende März aufgerufen, Plakate gegen Alkoholmissbrauch zu gestalten.
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