Medizin

Weniger Spermien durch fette Speisen

  • Mittwoch, 14. März 2012
dpa
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Boston – US-Reproduktionsmediziner haben möglicherweise eine bisher übersehene Ursache der männlichen Infertilität entdeckt: Ihre Untersuchung in Human Reproduction (2012; doi: 10.1093/humrep/des065) zeigt, dass ein hoher Konsum an gesättigten Fettsäuren mit einer deutlich verminderten Produktion von Spermien verbunden ist. Ein hoher Verzehr von ungesättigten Omega-3-Fettsäuren könnte dagegen die Spermienqualität verbessern.

Jill Attaman von der Harvard Medical School in Boston hat 99 Männer, die sich wegen Fertilitätsproblemen in der Klinik vorgestellt hatten, nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und die Antworten mit den Ergebnissen des Spermiogramms in Beziehung gesetzt.

Ergebnis: Die Männer im oberen Drittel des Fettkonsums hatten eine zu 43 Prozent niedrigere Spermienzahl und eine zu 38 Prozent niedrigere Spermiendichte im Ejakulat. Weitere Analysen konnten den Effekt auf die Zufuhr von gesättigten Fettsäuren zurückführen. Ein hoher Konsum von ungesättigten Omega-3-Fettsäuren war dagegen mit einer leicht um 1,9 Prozent erhöhten Spermienmenge verbunden.

Laut Attaman handelt es sich um die erste Studie, die den Einfluss von fettigem Essen auf die männliche Fertilität untersucht hat. Frühere Studien hatten nach einem Zusammenhang mit der Adipositas gesucht, diesen aber nicht nachweisen können. Da es die erste Studie ist und die Zahl der Teilnehmer gering war, bleibt die Aussagekraft eingeschränkt, zumal alle Männer Spermienkonzentrationen hatten, die mit einer Zeugungsfähigkeit vereinbar waren.

Außerdem kann eine Querschnittsstudie einen kausalen Zusammenhang nicht beweisen. Da eine fettarme Diät und der reichliche Verzehr von Omega-3-Fettsäuren aber auch aus anderen Gründen gesund sind, wäre die Diät bei einem Kinderwunsch einen Versuch wert, meint die Medizinerin.

rme

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