WHO genehmigt ersten Ebola-Schnelltest
Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen ersten Ebola-Schnelltest zugelassen. Der Test der US-Firma Corgenix könne innerhalb von 15 Minuten eine Infektion mit dem tödlichen Virus nachweisen, teilte die WHO am Freitag mit. Bisherige Ebola-Labornachweise dauerten bis zu 24 Stunden, hieß es weiter. Der neue Test, der Ebola-Proteine bei Patienten nachweisen soll, sei etwas unzuverlässiger als bisherige Verfahren. Allerdings könne er ohne Strom und somit auch in entlegensten Gebieten durchgeführt werden.
Der Test liefere sehr gute Ergebnisse beim Erkennen von Ebola-Infektionen, heiß es beim Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel in Langen.
Unterdessen hat die Liberia vor dem Hintergrund zurückgehender Erkrankungszahlen die landesweite nächtliche Ausgangssperre aufgehoben und die Grenzen des westafrikanischen Landes wieder geöffnet. Staatschefin Ellen Sirleaf Johnson habe die Aufhebung der Ausgangssperre für Sonntag angeordnet, teilte ihr Büro am Freitag in Monrovia mit. Das nächtliche Ausgehverbot war im August 2014 zur Eindämmung der Ebola-Epidemie verhängt worden. Das Präsidialamt teilte überdies mit, dass auch alle wegen des Ebola-Ausbruchs geschlossenen Grenzübergänge wieder geöffnet werden sollten. Ein Termin dafür nannte es allerdings nicht.
In Liberia, Guinea und Sierra Leone waren die Zahlen der Neuinfektionen zuletzt allerdings stark gesunken. Im am schwersten betroffenen Land Liberia werden mittlerweile nur noch eine Handvoll Neuansteckungen pro Woche gemeldet.
Nach Angaben der WHO sind in den drei von Ebola am stärksten betroffenen westafrikanischen Ländern Sierra Leone, Guinea und Liberia bislang rund 23.400 Menschen an Ebola erkrankt. Knapp 9.500 starben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle aus.
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