WHO warnt vor Engpass bei Spenderblut für Transfusionen
PEKING. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einem Engpass bei Spenderblut für Bluttransfusionen gewarnt. Zahlreiche Menschen würden sterben, weil es an Blut fehle, sagte der WHO-Koordinator für die Sicherheit von Bluttransfusionen, Neelam Dhingra, am 7. April zum Abschluss einer gemeinsamen Konferenz der WHO und der Internationalen
Föderation von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond in Peking.
Vor allem in den Entwicklungsländern gebe es große Engpässe, sagte Dhingra der Nachrichtenagentur AFP. In den Jahren 2000 und 2001 seien 60 Prozent des in 178 Ländern gespendeten Blutes in Industriestaaten abgegeben worden, obwohl 80 Prozent der Weltbevölkerung in Entwicklungsländern lebe.
In Industriestaaten stammt der Großteil der Blutspenden laut Dhingra von Familienangehörigen oder bezahlten Spendern. Verwandte ließen sich oftmals nur unter Druck Blut entnehmen, wenn ihre Angehörigen dringend eine Transfusion benötigten. In Entwicklungsländern scheitere das Blutspenden häufig an kulturellen Hürden, sagte Peter Carolan vom Internationalen Roten Kreuz.
„In Afrika glauben viele Männer, sie würden dadurch impotent", sagte Carolan. In anderen Gegenden, etwa in Asien, glauben Menschen, sie dürften ihr Blut nur innerhalb der eigenen Familie weitergeben.
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