Wie infektiös Ebola-Viren sind
Der Gedanke, auf einer Flugreise in Afrika die Kabine mit einem Passagier zu teilen, der kurz darauf an einer der tödlichsten Infektionskrankheiten stirbt, kann die Vorfreude auf den Urlaub trüben. Doch die Gefahr, sich mit dem hämorrhagischen Fieber anzustecken, ist im Flugzeug, in der Enge eines Basars, in einem öffentlichen Verkehrsmittel oder auf einer Safari bei einer Rast in einem unbekannten Ort extrem gering.
Die Weltgesundheitsorganisation und das European Centre for Disease Prevention and Control haben sich deshalb mit Reisewarnungen bisher zurückgehalten. Ebola-Viren kleben nicht auf Geldscheinen, sie kontaminieren keine Nahrungsmittel im Supermarkt, schreibt das ECDC. Auch das Baden im Swimming-Pool sei ungefährlich. Mücken könnten die Viren ebenfalls nicht übertragen.
So gefährlich die Ebola-Viren im menschlichen Körper sind, außerhalb des Körpers sind sie harmlos. Auf trockenen Oberflächen zerfallen sie innerhalb kurzer Zeit, ebenso unter Sonnenlicht. Ebola-Viren werden durch Seifen, Bleichmittel, Sonnenlicht oder Trockenheit abgetötet. Auf kontaminierter Kleidung werden sie durch die Reinigung in einer normalen Waschmaschine zerstört.
Eine aerogene Übertragung wie bei Grippe oder Tuberkulose ist nicht bekannt. Die Übertragung erfolgt einzig durch den direkten Kontakt der Schleimhäute oder der (verletzten) Haut mit Körperflüssigkeiten von Verstorbenen oder lebenden Patienten mit hämorrhagischem Fieber. Auch sexuelle Kontakte mit Patienten, die sich von der Erkrankung erholt haben, sind in den ersten sieben Wochen gefährlich. Auf den Verzehr von Buschfleisch sollten Urlauber tunlichst verzichten. Da die Viren nur sporadisch beim Menschen Epidemien auslösen, muss es in der Tierwelt ein Reservoir geben. Es wird laut Robert Koch-Institut vor allem in Menschenaffen und Duckern (kleine, im Wald lebende Antilopen) sowie in Flughunden vermutet. Bekannt sei, dass die Erkrankung von Affen auf den Menschen übertragen werden kann.
Im Flugzeug ist einzig das Bordpersonal gefährdet, falls Patienten im hämorrhagischen Stadium der Erkrankung tatsächlich noch eine Flugreise antreten sollten, was angesichts des schweren Krankheitsbildes unwahrscheinlich ist. Die US-Centers for Disease Control and Prevention empfehlen dann, den Patienten von anderen Passagieren zu trennen und den Kontakt mit Urin, Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten zu meiden.
Ob der Patient, der Tage nach seiner Ankunft in Lagos in einer Klinik starb, tatsächlich an Ebola litt, war Ende Juli noch nicht bestätigt.
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