Ausland

Wieder Dutzende Kinder in indischem Krankenhaus gestorben

  • Montag, 4. September 2017
/dpa

Farrukhabad – Erneut sind in einem indischen Krankenhaus Dutzende Kinder gestor­ben – möglicherweise wegen Sauerstoffmangels. Die Regierung des nordindischen Bundesstaates Uttar Pradesh kündigte heute eine Untersuchung an, nachdem in einer staatlichen Klinik in der Stadt Farrukhabad 49 Kinder innerhalb eines Monats gestorben waren.

Einige Eltern hätten angegeben, dass ihre Kinder erstickt seien, sagte der örtliche Polizeichef Dayanand Misra. Gegen drei Ärzte werde unter anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Zwei von ihnen wurden nach Angaben der Behörden versetzt, ebenso wie der Bezirksverwalter.

63 tote Kinder im August

In einem anderen staatlichen Krankenhaus in Uttar Pradesh, dem bevölkerungs­reichsten Bundesstaat des Landes, waren im August 63 Kinder binnen fünf Tagen gestorben. Viele von ihnen waren Frühchen auf der Neugeborenenstation. Die Behörden erklärten zunächst, die Versorgung mit Sauerstoffflaschen sei unterbrochen worden. Später stritten sie ab, dass dies die Tode verursacht hätte.

Der Gesundheitsminister des Bundesstaates, Sidharth Nath Singh, erklärte, dass in dem Krankenhaus in den vergangenen drei Jahren im August täglich im Schnitt 19 bis 22 Kinder gestorben seien. Dennoch wurden der ehemalige Klinikchef, seine Frau und ein Arzt festgenommen, wie es heute hieß.

Mehr als 400 Kinder seien seit dem 1. August in dem Krankenhaus gestorben, berich­tete der Sender NDTV unter Berufung auf offizielle Angaben. Die örtlichen Behörden und die Krankenhausverwaltung wiesen Vermutungen zurück, es könne sich um Fehler der Einrichtung gehandelt haben. Sie führen die hohe Kindersterblichkeit auf Infektionen und einen Ausbruch von Gerhirnentzündungen während der Monsunzeit zurück.

Die BRD-Klinik ist das größte Krankenhaus im östlichen Teil des Bundesstaates Uttar Pradesh. Die Region gilt als eine der Ärmsten in Indien mit einer hohen Kinder­sterb­lich­keit. Zur Monsunzeit kämpfen die Einwohner regelmäßig mit Infektionen und Gehirnentzündungen, die jedes Jahr Hunderte Opfer fordern.

dpa

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