Politik

World Health Summit: Soziale Ungerechtigkeiten innerhalb Europas beseitigen

  • Montag, 21. Oktober 2013

Berlin – Ungerechtigkeiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung bestehen weiterhin zwischen Staaten und innerhalb von Staaten. Das gelte auch für Europa, sagte Michael Marmot vom University College London heute beim World Health Summit in Berlin. Marmot, einer der Mitautoren des Berichts der Weltgesundheitsorganisation über die sozialen Determinanten für Gesundheit, sprach im Rahmen eines Symposiums zur Rolle der Gesundheit für die globale Entwicklung.

Betrachte man die Staaten von Island bis zur Russischen Föderation, ergebe sich eine Kluft von 17 Jahren bei der Lebenserwartung für Männer und von zwölf Jahren für Frauen, so Marmot. Zur  Verbesserung des Gesundheitszustands der Bevölkerung trage das Gesundheitswesen aber nur 25 Prozent bei. 75 Prozent seien beeinflusst von den Lebensumständen.

Beispiel Kinderarmut: Kinder, die in Armut aufwüchsen, entwickelten sich schlechter als ihre sozial besser gestellten Altersgenossen, hätten schlechtere Bildungschancen und letztlich einen schlechteren Gesundheitszustand. Dabei, so Marmot, hätten Studien gezeigt, dass soziale Transferleistungen Kinderarmut verringern könnten.

„Kinderarmut ist unakzeptabel und vermeidbar“, erklärte der Wissenschaftler. Das sei eine Frage des politischen Willens und der Prioritäten, die eine Gesellschaft setze. Dasselbe treffe auf die enorm hohe Arbeitslosenquote von mehr als 50 Prozent unter jungen Erwachsenen in Spanien zu. „Das ist ein Notfall für die öffentliche Gesundheit.“

Die Gesellschaft müsse die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Menschen die Kontrolle über ihr Leben wiedererlangten. „Wir müssen uns um die sozialen Determinanten der Gesundheit kümmern und dafür entsprechende politische Konzepte entwickeln“, erklärte Marmot.

HK

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