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Würzburger Institut übernimmt genetische Referenzdiagnostik für Kinder mit ALL

  • Donnerstag, 21. Mai 2026
/jarun011, stock.adobe.com
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Würzburg – Das Institut für Klinische Genetik und Genommedizin am Universitätsklinikum Würzburg übernimmt die genetische Referenzdiagnostik für Kinder mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) in ganz Deutschland. Nach der Erstdiagnose senden dazu die behandelnden kinderonkologischen Kliniken Proben aus dem Knochenmark oder Blut an das Würzburger Referenzlabor.

Das Team untersucht dort die charakteristischen genetischen Veränderungen der Leukämiezellen. Diese genetischen Ergebnisse werden anschließend an die behandelnden Zentren zurückgemeldet und dort mit weiteren klinischen und laborchemischen Befunden zusammengeführt.

Hintergrund für dieses Vorgehen ist, dass die ALL keine einheitliche Erkrankung ist, sondern verschiedene Subtypen umfasst, die sich in ihrem biologischen Verhalten, ihrer Prognose und ihrer Therapie deutlich unterscheiden.

Allen ALL-Formen gemein ist aber eine unkontrollierte Vermehrung von bösartig veränderten Vorläuferzellen der Lymphozyten. Durch genetische Veränderungen verlieren diese Zellen ihre normale Reifungsfähigkeit und Funktion. Sie teilen sich weiter und verdrängen nach und nach die gesunde Blutbildung.

Die Entartung kann auf verschiedenen Stufen der Zellentwicklung erfolgen und verschiedene Linien der Lymphozyten betreffen. Therapien werden den individuellen Risiken angepasst und je nach genetischen Merkmalen stärker oder schwächer gewählt.

„Eine risikobasierte Therapie ist im Kindesalter besonders wichtig. Einerseits muss die Therapie sicher und wirksam genug sein, um die Erkrankung dauerhaft zu beherrschen. Andererseits sollen unnötig belastende Therapien und Langzeitfolgen vermieden werden“, erläutert die Leiterin des Würzburger Instituts, Anke Bergmann.

Diese Therapien werden zentral koordiniert und gesteuert. Dies erfolgt durch klinischen Zentren an den Universitätskliniken Schleswig-Holstein und Hamburg-Eppendorf. Sie stimmen sich eng mit der genetischen Referenzdiagnostik in Würzburg und mit den konkret vor Ort behandelnden Kliniken ab und schließen die jungen Patientinnen und Patienten in Therapiestudien ein.  

hil

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