Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer steigt weiter

Wiesbaden – Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 462 Radfahrer im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Ein Jahr zuvor waren es noch 445. Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort: Die Zahl der getöteten Personen stieg von 2015 bis 2025 um 21 Prozent.
Jede sechste im Straßenverkehr getötete Mensch war 2025 mit dem Fahrrad unterwegs. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrstoten seit dem Jahr 2015 hingegen um 18,4 Prozent zurückgegangen. Das geht aus einer neuen Übersicht des Statistischen Bundesamtes hervor.
Danach sind ältere Radfahrende im Straßenverkehr besonders gefährdet: Im Jahr 2025 waren 61,5 % der tödlich verunglückten Fahrradfahrerinnen und -fahrer 65 Jahre und älter. An einem Großteil (66,5 %) der 95.794 Fahrradunfälle mit Personenschaden war eine zweite Verkehrsteilnehmerin oder ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt. In 69,8 Prozent der Fälle war dies eine Autofahrerin oder ein Autofahrer.
Von den 462 im vergangenen Jahr tödlich verunglückten Radfahrern waren 217 mit einem E-Bike unterwegs. Auch der Anstieg in den vergangenen zehn Jahren ist laut dem Statistischen Bundesamt auf die zunehmende Zahl von getöteten E-Bike-Nutzern zurückzuführen: Im Jahr 2015 waren es laut der Übersicht 36, im vergangenen Jahr hingegen 195.
„Sicherheit darf keine Frage des gewählten Verkehrsmittels sein. Dass die Zahl der getöteten Menschen auf dem Rad Jahr für Jahr steigt, ist eine dringender Handlungsauftrag für die Verkehrspolitik“, sagte der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), Manfred Wirsch.
Der Rat fordert daher „eine flächendeckende Aufwertung der Radinfrastruktur“ – dazu gehören neue Radwege und eine Verbesserung der bestehenden Wege.
„Im Zentrum der Maßnahmen muss die konsequente bauliche Trennung von Fuß-, Rad- und Pkw-Verkehr stehen, insbesondere an bekannten Unfallschwerpunkten. Radwege müssen für alle Verkehrsteilnehmenden an Kreuzungen, Einmündungen und Zufahrten klar erkennbar und intuitiv verständlich gestaltet sein“, so die Forderung.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit:
1