Zeitfenster bei HIV-Test künftig sechs Wochen
Köln – Das Zeitfenster bei der HIV-Testung verkürzt sich. Ein negatives Testergebnis gilt ab sofort als aussagekräftig, wenn die letzte potenzielle HIV-Exposition länger als sechs Wochen zurückliegt. Das geht aus einer offiziellen Stellungnahme zur HIV-Stufendiagnostik hervor, die nun im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht worden ist. Bisher galt die Faustregel, dass bis zu einer verlässlichen Diagnostik 12 Wochen vergehen sollten.
Einen neuen HIV-Test gibt es nicht. Zahlreiche Medien hatten dies in den vergangenen Tagen berichtet. Es handelt sich aber lediglich um die Aufnahme aktueller Erkenntnisse in die offizielle Expertenempfehlung. Die heute gängigen Tests der 4. Generation (kombinierte Antikörper-Antigen-Tests) kommen bereits seit vielen Jahren zum Einsatz. In anderen europäischen Ländern wurden die Leitlinien bereits geändert. Die Verkürzung des Zeitfensters gilt nicht für ältere Testsysteme und Schnelltests.
Die Stellungnahme stammt von der Gemeinsamen Diagnostikkommission der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten und der Gesellschaft für Virologie. Sie entstand in Kooperation mit der Deutschen Aids-Gesellschaft, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter und dem Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie.
Eine Stufendiagnostik ist Grundlage einer gesicherten HIV-Diagnose und der Meldung an das Robert-Koch-Institut im Rahmen der nicht namentlichen Meldepflicht. Die Stellungnahme beinhaltet einen Algorithmus zum virusdiagnostischen Erstnachweis einer HIV-1- oder HIV-2-Infektion.
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