Zentren kritisieren Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge
Berlin – Eine bessere Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge hat die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) gefordert. Häufig erhielten Flüchtlinge nur eine Notversorgung, erklärte die Vorstandsvorsitzende des Frankfurter Arbeitskreises Trauma und Exil, Barbara Wolff, am Dienstag in Berlin.
Es dürfe bei der Versorgung aber keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben. Auch traumatisierten Flüchtlingen müsse eine Psychotherapie zugestanden werden. Dafür sei eine „befristete Erwünschtheit” notwendig. Von den derzeit rund 100.000 traumatisierten Flüchtlingen könnten nur etwa zehn Prozent angemessen versorgt werden, so Wolff. Nach Angaben der BAfF gibt es bundesweit rund 20 psychosoziale Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer.
Zugleich kritisierte der Dachverband die Asylpolitik der Bundesregierung. In den vergangenen Jahren seien dort die Strukturen soweit zurückgefahren worden, dass bereits bei einer leicht ansteigenden Zahl von Flüchtlingen das Asylsystem zusammenzubrechen scheine, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer von Pro Asyl, Bernd Mesoviv.
Leidtragende seien vor allem die Roma, die zu „kollektiven politischen Mobbingopfern” gemacht würden. Offensichtlich sei in Deutschland eine gewisse Form des Antiziganismus hoffähiger als Antisemitismus, sagte Mesoviv.
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