Lesefrüchtchen

Zielgruppe Ärzte

  • Mittwoch, 25. Februar 2009

Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) will weiter machen und strebt nach einer "Anschubfinanzierung der Politik". Das bekundete deren Geschäftsführer Markus Kraus im "Spiegel" Nr.7.

Hoffentlich bezieht sich das Weitermachen nicht auf jene Ausbeutung von Wissenschaft, für die die CMA Jahrzehnte lang unrühmlich bekannt war. Mal pries sie den gesundheitlichen Nutzen pflanzlicher, mal tierischer Fette, vor allem Butter, mal von Fleisch, mal von Gemüse. Je nach Kampagne. Gerne wurde dabei die Wissenschaft bemüht.

Beliebte Zielgrupe solcher "wissenschaftlicher PR" (wie die CMA das Marketing mit Expertenwissen nennt) waren die Ärzte als glaubwürdige und wirkungsvolle Multiplikatoren. Nur eine kleine Kostprobe aus dem 2008 veröffentlichten Geschäftsbericht (übrigens dem einzigen, den die CMA in ihrem fast 40-jährigen Bestehen herausgab): "Es gelang der CMA, sich bei zahlreichen wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen durch Referenten inhaltlich einzubringen".

Hinzuzufügen wäre, dass die CMA gerne im Hintergrund blieb und der also fortgebildete Arzt der Meinung war, der reinen Wissenschaft teilhaftig zu werden. Das Bundesverfassungericht, das der CMA Anfang des Monats die Finanzierungsgrundlage entzog, trocknet damit auch diese Art des Argramarketing aus. Schade ist´s darum nicht. Sollte es mit politischer Anschubfinanzierung zu einem Neuanfang kommen, dann bitte ganz seriös.

jachertz

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