Zikavirus: Forscher veröffentlichen Ergebnisse in Echtzeit
Die Erforschung des Zikavirus ist ein Rennen gegen die Zeit. Während die Epidemie sich in Südamerika ausbreitet, geht es darum, wichtige Fragen zur Pathogenese zu klären und möglichst rasch einen Impfstoff zu entwickeln. Dabei gilt es keine Zeit zu verlieren. Dies wirkt sich auch auf die Publikation von Forschungsergebnissen aus.
Für ein ausführliches Peer-Review, bei dem unabhängige Gutachter die Qualität und Publikationswürdigkeit beurteilen, bleibt zunächst keine Zeit. Forscher der Universität von Wisconsin in Madison haben begonnen, die Zwischenergebnisse wie in einem Blog im Internet zu veröffentlichen. Derzeit können Forscher aus anderen Labors aber auch interessierte Laien verfolgen, wie drei Rhesus-Affen auf eine absichtliche Infektion mit dem Virus reagieren. Die Seite fängt auch die Kommentare und Anregungen anderer Forscher auf.
Zu den brennenden Fragen gehört derzeit, wie schnell sich das Virus im Körper ausbreitet und wann es bei Schwangeren die Plazenta-Schranke überwindet und in welchen Phasen der Schwangerschaft die Frucht geschädigt werden kann. Solange kein Impfstoff zur Verfügung steht, könnten sich daraus wichtige Informationen für schwangere Frauen ergeben, die während der vulnerablen Phase die Reise in Endemieländer vermeiden, oder wenn sie dort leben, sich intensiv vor Insektenstichen schützen könnten.
Schon während der Ebola-Epidemie hatten einige Forscher begonnen, ihre Forschungsergebnisse vor der Publikation auszutauschen. Die Online-Präsentation der Experimente stellt hier eine weitere Beschleunigung dar. Ob sie schneller zu verwertbaren Ergebnissen führt, bleibt abzuwarten.
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