Vermischtes

Zugang zu Muttermilch für Frühgeborene sollte ausgebaut werden

  • Donnerstag, 28. Mai 2026
/picture alliance, SZ Photo, Catherina Hess
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Berlin – Das Projekt Neo-Milk konnte den Zugang zu Muttermilch für Frühgeborene standortbezogen verbessern. Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat die Erkenntnisse nun an das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie die Gesundheitsministerkonferenz der Länder weiter gereicht.

Sie sollen prüfen, wie die Ergebnisse aktuelle und künftige Initiativen zur Weiterentwicklung der Versorgung von Frühgeborenen unterstützen können. Aus Sicht des Innovationsausschusses sollte die Versorgung über Anschubfinanzierungen auf Landesebene möglichst flächendeckend verbessert werden. Aktuell findet in Deutschland demnach keine strukturierte Still- und Milchbildungsförderung statt.

Im Rahmen des Projekts wurden zunächst der quantitative und der qualitative Status quo erfasst und Mitarbeitende von Humanmilchbanken beziehungsweise Perinatalzentren sowie Mütter von Frühgeborenen befragt. In einem weiteren Schritt wurden hygienisch-infektiologische Standards für Humanmilchbanken entwickelt und der juristische Status von Humanmilch im Zuge eines Rechtsgutachtens geklärt.

In Form eines Handbuchs und einer App erstellten die Projektbeteiligten anschließend ein Still- und Milchbildungsförderungskonzept für Mütter mit einem Risiko für eine Frühgeburt beziehungsweise nach einer Frühgeburt. Darauf aufbauend wurden Schulungen für das medizinische Personal entwickelt.

An neun der 15 in das Projekt einbezogenen Studienkliniken konnten Berichten des G-BA zufolge Humanmilchbanken etabliert und eine strukturierte Still- und Milchbildungsförderung für Mütter eingeführt werden.

„Im Ergebnis handelt es sich aus Sicht des Innovationsausschusses um eine relevante Verbesserung der Versorgung, da der Anteil an Frühgeborenen, die bei Entlassung ausschließlich mit Muttermilch ernährt wurden, erhöht werden konnte“, heißt es in einer Mitteilung des G-BA.

„Beim Projekt Neo-Milk haben wir die sehr erfreuliche Besonderheit, dass die Ergebnisse sogar schon aufgegriffen wurden“, sagte Josef Hecken, Vorsitzender des Innovationsausschusses. In Nordrhein-Westfalen werde auch auf Grundlage des Projekts seit dem vergangenen Jahr der Aufbau von Humanmilchbanken sowie stillfreundlicher Strukturen über eine Landesförderung unterstützt. „Es hat sich also bereits ausgezahlt, dass wir dieses Projekt mit etwas mehr als vier Millionen Euro fördern konnten“, so Hecken.

nfs/EB

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