Politik

Zusatzangebote: Rhön Klinikum AG plant eigene „Gesundheitskarte”

  • Montag, 18. November 2013

Bad Neustadt – Die Rhön Klinikum AG plant die Einführung einer eigenen Gesund­heitskarte. In der Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom Montag erklärte Aufsichts­ratsvorsitzender und Firmengründer Eugen Münch, erste Versuche dazu liefen bereits bei Helios, zudem gäbe es auch schon Verhandlungen mit den Kassen. Auch hätten andere Kliniken Interesse angemeldet, etwa die Uniklinik Dresden.

„Je nach Leistungen, die damit verbunden sind, zahlen die Leute irgendwo zwischen acht und 20 Euro im Monat zu ihrer gesetzlichen Krankenversicherung dazu“, erklärte Münch. Dafür gebe es Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer, eine ärztliche Zweitdiagnose und schnelle Arzttermine. Dabei soll die Basisleistung über die gesetzlichen Kassen, die Zusatz­versicherung über private Kassen abgedeckt werden.

„Jeder, der bei einer gesetzlichen Kasse versichert ist, kann mitmachen“, so der Rhön-Chef. Seiner Meinung nach könne der Einstieg in das neue System über große Firmen erfolgen, die ihrem Personal Gutes tun und eine gesundheitliche Absicherung als wichtiges Argument nutzen wollen, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

Jede fünfte Klinik überflüssig
Darüber hinaus prophezeit Münch der Krankenhauslandschaft drastische Verän­derungen. „Das klassische Kreiskrankenhaus oder die Uniklinik in jetziger Form wird es in 20 Jahren nicht mehr geben“, prognostizierte der Aufsichtsratsvorsitzende. Seiner Ansicht nach wäre jede fünfte Klinik überflüssig, wenn die Krankenhäuser richtig betrieben würden. „Das System stimmt nicht mehr“, sagte Münch der Süddeutschen.

Seine Kritik adressiert dabei vor allem an die falsche Zuordnung von Patienten. „An der Uniklinik Marburg-Gießen liegen nach meiner Einschätzung 30 Prozent Patienten, die medizinisch gesehen dort gar nicht hingehören“, verdeutlichte der Rhön-Chef. Gleich­zeitig lägen in Umlandkrankenhäusern Patienten, die in die Uniklinik gehören. Deshalb gelte es nun, die Möglichkeiten der Ambulanz voll auszuschöpfen. „Dann können wir Patienten besser zuordnen und ihnen ersparen, in die falschen Krankenhäuser geschickt zu werden, wo sie dann frustriert sind“, verwies Münch.

hil

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