Vermischtes

Zwei von drei Krankenhäusern haben rote Zahlen geschrieben

  • Montag, 29. Dezember 2025
/Eisenhans, stock.adobe.com
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Berlin – Zwei von drei Krankenhäusern in Deutschland (66 Prozent) haben das Jahr 2024 mit einem Minus abgeschlossen – fünf Prozent mehr als im Vorjahr 2023. Das geht aus dem neuen Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hervor, einer jährlichen Repräsentativbefragung der Allgemeinkrankenhäuser in Deutschland.

Danach lag der Anteil der Krankenhäuser mit einem Jahresüberschuss im Jahr 2024 bei 23 Prozent und der Anteil der Häuser mit einem ausgeglichenen Jahresergebnis bei elf Prozent.

Für das Jahr 2025 erwarten die Krankenhäuser laut der Umfrage weitere Verschlechterungen der wirtschaftlichen Lage: Im Vergleich zum Jahr 2024 wird der Anteil der Häuser mit negativem Jahresergebnis von 66 Prozent auf voraussichtlich rund 70 Prozent steigen. Der Anteil der Krankenhäuser mit einem positiven Jahresergebnis wird von 23 Prozent auf voraussichtlich 14 Prozent sinken. Rund 16 Prozent der Befragten gehen für 2025 von einem ausgeglichenen Jahresergebnis aus.

„Die Ergebnisse des aktuellen Krankenhaus-Barometers sind alarmierend und ernüchternd zugleich. Die wirtschaftliche Situation unserer Kliniken hat einen historischen Tiefpunkt seit Einführung des Fallpauschalensystems vor mehr als 20 Jahren erreicht“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß.

90 Prozent der befragten Kliniken beklagten fehlende Planungssicherheit, etwa zur künftigen Leistungsstruktur, zur Fallzahlentwicklung und zur Liquidität. Deswegen würden vielerorts Investitionen in die Infrastruktur und Veränderungen in der betrieblichen Organisation zurückgestellt.

Gaß warnte angesichts der Zahlen vor „dramatische Auswirkungen auf die Krankenhauslandschaft“. „Die Folgen werden auch für die Patientinnen und Patienten spürbar sein. Eine Wartelistenmedizin wird dann auch in Deutschland zur Realität“, sagte er.

Die ökonomische Schieflage der Kliniken sei „das Ergebnis jahrelanger mangelhafter Finanzierung bei gleichzeitig politisch induzierten Kostensteigerungen durch immer neue und höhere Anforderungen vor allem im Bereich der Personalvorhaltung“, so der DKG-Vorstandsvorsitzende.

Die Kliniken müssten heute politisch gewollt etwa 20 Prozent mehr ärztliches und 30 Prozent mehr pflegerisches Personal einsetzen, um die Patientenversorgung aufrecht erhalten zu können, ansonsten drohten Sanktionen und Erlösausfälle.

Das Krankenhaus Barometer signalisiert auch, wie resilient die Häuser für Krisen aufgestellt sind: Nahezu alle befragten Einrichtungen verfügen über Alarm- und Einsatzpläne für technische Störungen, infrastrukturelle Ausfälle sowie Gesundheitskrisen. Für Ereignisse wie soziale Unruhen, Naturkatastrophen oder militärische Konflikte sind sie hingegen weniger resilient.

43 Prozent der Kliniken können einen Stromausfall mindestens drei Tage überbrücken. 84 Prozent betrachten erweiterte Treibstoffvorräte als zentrale Voraussetzung zur Sicherung der Notstromversorgung. Allerdings kann nur jede zehnte Klinik die Patientenversorgung bei einem mehrtägigen Ausfall uneingeschränkt aufrechterhalten, lediglich jede fünfte Klinik hat für den Blackout-Fall Kooperationsvereinbarungen mit benachbarten Kliniken getroffen.

hil

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