Ärzteschaft

Ärzte ohne Grenzen beklagt Versorgung bei Tuberkulose

  • Freitag, 28. Oktober 2022
/Giovanni Cancemi, stock.adobe.com
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Genf/Berlin – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat auf die schlechte Versorgung von Patienten mit medikamentenresistente Tuberkulose (DR-TB) aufmerksam gemacht. Hintergrund ist der TB-Report 2022, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt vorgestellt hat.

Dem Bericht zufolge sind die geschätzten Tuberkuloseinzidenzen weltweit zum ersten Mal seit zwei Jahr­zehn­ten wieder angestiegen. Dies gilt auch für die DR-TB, die schwieriger zu behandelnde Form der Krankheit.

„Medikamentenresistente Tuberkulose ist heilbar, aber alarmierender Weise steigen die Fälle weltweit zum ersten Mal seit Jahren wieder an“, sagt Tuberkulose-Expertin Hannah Spencer von Ärzte ohne Grenzen. Des­halb sei es dringend erforderlich, dass kürzere, sicherere und wirksamere Behandlungen ausgeweitet würden, um Leben zu retten.

Der Hilfsorganisation zufolge wird nach wie vor nur einer von drei an DR-TB erkrankten Menschen weltweit behandelt. Die Erfolgsquote der Behandlung bleibe dabei mit 60 Prozent weltweit auf niedrigem Niveau. „Es ist für uns nach wie vor erschütternd zu sehen, dass so viele Menschen weiterhin mit den längeren, älteren DR-TB-Behandlungsschemata zu kämpfen haben“, so Spencer.

Nationale Tuberkuloseprogramme und Geber sollten sich verpflichten, bessere Behandlungen zur Verfügung zu stellen. „Auch die Preise müssen sinken, so dass der Preis für eine komplette DR-TB-Behandlung nicht mehr als 500 Dollar pro Person beträgt“, betonte die Expertin.

Angesichts der ernüchternden Statistiken sei es dringend erforderlich, dass alle von der WHO empfohlenen Mittel optimal gegen Tuberkulose eingesetzt würden und dass mehr Geld in die Entwicklung neuer medizini­scher Mittel zur Behandlung, Diagnose und Prävention von Tuberkulose investiert werde.

hil/sb

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