Ärzte ohne Grenzen: Markt für Schutzausrüstung stärker regulieren

Paris/Berlin – Der weltweite Markt für medizinische Schutzausrüstung ist seit Beginn der Pandemie hart umkämpft: Explodierende Preise, Lieferengpässe und Qualitätsschwankungen erschweren seit Wochen eine transparente und gerechte Verteilung der Schutzausrüstung für Gesundheitsmitarbeiter. Vor diesem Hintergrund hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen nun eine Regulierung „des außer Kontrolle geratenen Marktes“ gefordert.
„Im Moment ist unklar, was wo in welcher Qualität produziert wird, wie hoch die Lagerbestände sind und wie sie verteilt werden“, sagte Thierry Allafort-Duverger, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Frankreich. Vielerorts gelänge es Gesundheitsbehörden und anderen medizinischen Anbietern kaum, eine verlässliche Versorgung mit Schutzausrüstung für medizinisches Personal sicherzustellen.
So seien Länder, die mit Lieferengpässen zu kämpfen haben, bislang nur bruchstückhaft und einmalig unterstützt worden. „Das sorgt für Unsicherheit, Chaos und eine ungerechte Verteilung“, resümierte Allafort-Duverger. Dabei bräuchten die Gesundheitssysteme in Zeiten von COVID-19 Berechenbarkeit mehr denn je.
Gerade im Klinikalltag sei hochwertige Schutzausrüstung zur Reduzierung der Infektionsgefahr unverzichtbar. Nur wenn das medizinische Personal effektiv geschützt werde, lasse sich verhindern, dass Krankenhäuser die Epidemie noch befeuern, warnte auch Christine Jamet, Leiterin der Projektabteilung von Ärzte ohne Grenzen, in Genf. Zu viele Mitarbeiter des Gesundheitswesens seien derzeit weltweit dem Virus schutzlos ausgeliefert.
Die Hilfsorganisation selbst hat derzeit ebenfalls Schwierigkeiten, erforderliche Schutzausrüstung für ihre weltweiten Projekte zu organisieren. „Das behindert nicht nur den Kampf gegen COVID-19, sondern auch andere medizinische Hilfe wie etwa Operationen oder die Behandlung von Infektionskrankheiten wie Masern oder Tuberkulose“, warnen die Mediziner.
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