Ärzteschaft

Ärzte ohne Grenzen: Markt für Schutzausrüstung stärker regulieren

  • Freitag, 29. Mai 2020
/picture alliance, Christian Beutler, KEYSTONE
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Paris/Berlin – Der weltweite Markt für medizinische Schutzausrüstung ist seit Beginn der Pandemie hart umkämpft: Explodierende Preise, Lieferengpässe und Qualitätsschwan­kun­gen erschweren seit Wochen eine transparente und gerechte Verteilung der Schutz­aus­rüstung für Gesundheitsmitarbeiter. Vor diesem Hintergrund hat die Hilfsorga­nisation Ärzte ohne Grenzen nun eine Regulierung „des außer Kontrolle geratenen Mark­tes“ ge­fordert.

„Im Moment ist unklar, was wo in welcher Qualität produziert wird, wie hoch die Lager­be­stände sind und wie sie verteilt werden“, sagte Thierry Allafort-Duverger, Geschäfts­füh­rer von Ärzte ohne Grenzen in Frankreich. Vielerorts gelänge es Gesundheitsbehörden und anderen medizinischen Anbietern kaum, eine verlässliche Versorgung mit Schutzaus­rüstung für medizinisches Personal sicherzustellen.

So seien Länder, die mit Lieferengpässen zu kämpfen haben, bislang nur bruchstückhaft und einmalig unterstützt worden. „Das sorgt für Unsicherheit, Chaos und eine ungerechte Verteilung“, resümierte Allafort-Duverger. Dabei bräuchten die Gesundheitssysteme in Zeiten von COVID-19 Berechenbarkeit mehr denn je.

Gerade im Klinikalltag sei hochwertige Schutzausrüstung zur Reduzierung der Infektions­gefahr unverzichtbar. Nur wenn das medizinische Personal effektiv geschützt werde, lasse sich verhindern, dass Krankenhäuser die Epidemie noch befeuern, warnte auch Christine Jamet, Leiterin der Projektabteilung von Ärzte ohne Grenzen, in Genf. Zu viele Mitarbeiter des Gesundheitswesens seien derzeit weltweit dem Virus schutzlos ausgeliefert.

Die Hilfsorganisation selbst hat derzeit ebenfalls Schwierigkeiten, erforderliche Schutz­aus­rüstung für ihre weltweiten Projekte zu organisieren. „Das behindert nicht nur den Kampf gegen COVID-19, sondern auch andere medizinische Hilfe wie etwa Operationen oder die Behandlung von Infektionskrankheiten wie Masern oder Tuberkulose“, warnen die Mediziner.

hil/sb

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