Ärzteschaft

Ärzte ohne Grenzen verzeichnet 2023 Rückgang an Spenden

  • Freitag, 21. Juni 2024
/picture alliance, Robin Meldrum
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Berlin – Die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen hat im vergangenen Jahr weniger Mittel von Privatleuten erhalten als 2022. Insgesamt 248,2 Millionen Euro gaben Menschen etwa in Form von Spenden, Mitgliedschaftsbeiträgen und Erbschaften an die Hilfsorganisation, das sind 14,7 Millionen Euro weniger als 2022.

Das geht aus dem Jahresbericht der Organisation hervor. Gründe für die Entwicklung werden darin nicht genannt. Die Zahl der Spenderinnen und Spender lag demnach im Vorjahr bei rund 767.500. Die Gesamteinnahmen 2023 betragen den Angaben zufolge 254,4 Millionen Euro (2022: 268,5 Millionen).

Dem stehen Ausgaben in Höhe von 259,8 Millionen Euro gegenüber. In Projekte in den Einsatzländern der Organisation flossen 217,7 Millionen Euro, darunter allen voran Jemen, Südsudan und Sudan. 37,7 Millionen Euro flossen laut Bericht in Fundraising, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit.

„Neben den Folgen chronischer Krisen müssen wir auch immer wieder auf die Auswirkungen akuter Krisen reagieren, wie nach dem Ausbruch des Krieges im Sudan“, erklärte die Vorstandschefin von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, Parnian Parvanta. Nur durch die Unterstützung von Spendern sei es möglich, in solchen Situationen schnell zu handeln, um möglichst viele Betroffene medizinisch zu versorgen.

Forderung nach mehr Hilfen im Sudan

Besonders stark unterfinanziert und -repräsentiert sei die medizinische und humanitäre Hilfe anderer Akteure im Sudan, trotz aller Anstrengungen von Ärzte ohne Grenzen, hieß es weiter. Die eigenen Teams fühlten sich allein gelassen und könnten im Rahmen ihrer Möglichkeiten nicht allen Menschen helfen.

„Die Vereinten Nationen, ihre Mitgliedsstaaten und andere humanitäre Organisationen sind in der Pflicht, die Hilfe schnell und massiv auszuweiten”, sagte Parvanta. Mehr internationale Unterstützung brauche es in der gesamten Region. Denn auch im Osten des Tschad sei die humanitäre Hilfe völlig unzureichend. In das Nachbarland des Sudans seien mehr als 600.000 Menschen geflüchtet, größtenteils Frauen und Kinder.

Die Menschen lebten nun unter unzumutbaren Bedingungen in Flüchtlingscamps in abgelegenen Wüstengebieten. Sie hätten kaum Zugang zu Nahrung und seien von weiteren Gesundheits- und Sicherheitsrisiken bedroht.

EB/ggr

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