Ärzteschaft

Ärztekammer Hamburg: Not in Kinderkliniken wegen falscher Gesundheitspolitik

  • Freitag, 23. Dezember 2022
Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg. /picture alliance, Christian Charisius
Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg. /picture alliance, Christian Charisius

Hamburg – Die aktuellen Probleme in der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen sind nach Ansicht der Ärztekammer Hamburg das Ergebnis einer jahrelangen verfehlten Gesundheitspolitik.

„Vor 20 Jahren wurden in den Kliniken Fallpauschalen auch für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen eingeführt. Seither sind rund 30 Prozent der Krankenhausbetten für Kinder und Jugendliche abgebaut worden“, sagte Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg.

In einer Ausnahmesituation wie man sie gerade erlebe, zeige sich, dass das System über Jahre mehr als vernachlässigt wurde – schon ohne Krankheitsspitzen sei die Arbeit im pädiatrischen Bereich schwierig zu bewältigen.

Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigten Maßnahmen für eine bessere finanzielle Ausstattung der Kinderheilkunde seien ein Schritt in die richtige Richtung, so Emami. „Wichtig ist aber, dass wir sehr schnell tragfähige Lösungen bekommen. Wir brauchen eine Pädiatrie, die sowohl ambulant als auch stationär auch unerwartete Krankheitswellen abfedern kann.“

Hinzu komme, dass sich die Kinderärztinnen und Kinderärzte auch in der Regelversorgung schon seit längerer Zeit geänderten Bedarfen und Anforderungen gegenübersehen, die viel zusätzliche Zeit und großen Einsatz erfordern, aber nicht angemessen honoriert werden, betonte Birgit Wulff, Vizepräsidentin der Ärztekammer Hamburg.

Erforderlich sind nach Ansicht von Emami und Wulff in der Akutsituation eine Entbudgetierung der niedergelassenen Kinderärzte genauso wie die Berücksichtigung der besonderen Bedarfe der Kinderheilkunde in Kliniken und Praxen. Zudem müssten attraktivere Arbeitsbedingungen, beispielsweise für Beschäftigte in der Kinderkrankenpflege und Medizinische Fachangestellte in kinderärztlichen Praxen, geschaffen werden.

EB/aha

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