Ärztekammer regt Ausgangssperre für Ungeimpfte an

Oldenburg/Hannover – Mit Blick auf die aktuelle Coronalage hat die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), Martina Wenker, die Politik aufgefordert, über eine Ausgangssperre für Ungeimpfte nachzudenken.
Nur „mit maximaler Konsequenz“ gebe es noch die Chance, eine Situation wie in den Krankenhäusern Bayerns oder Sachsens zu verhindern, sagte sie der in Oldenburg erscheinenden Nordwest-Zeitung. „Das Virus verzeiht nicht den kleinsten Fehler!“
Wenker verlangte, die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen so konsequent wie möglich durchzuhalten. Schon jetzt seien viele Kliniken an der Belastungsgrenze. Dort stelle man sich täglich die
Frage: „Welche OP können wir überhaupt noch durchführen?“
Die Ärztekammerpräsidentin schloss sich der Forderung der Ärztegewerkschaft Marburger Bund an, die Impfpflicht für Gesundheitsberufe einzuführen. „Die Politik ist in der Pflicht, auch über eine allgemeine Impfpflicht nachzudenken.“
Kritisch beurteilt Wenker, dass die niedersächsische Landesregierung in ihrer neuen Coronaverordnung die Hospitalisierungsquote als wichtigsten Indikator für die Beurteilung des Infektionsgeschehens festlegt.
Sie halte das für falsch, sagte sie der Zeitung. Es wäre besser, sich weiterhin an der Sieben-Tage-Inzidenz, also der Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche zu orientieren. „Diese Zahl sagt mit ziemlich hoher Treffgenauigkeit, wie gefährlich die Infektionslage ist.“
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