Ärztekammern warnen vor Blockade der Krankenhausplanung durch Kartellbehörden

Bonn – Die Entscheidung des Bundeskartellamtes, den Zusammenschluss zweier Krankenhäuser in Gütersloh zu untersagen, ist bei den beiden Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen (NRW) auf Unverständnis gestoßen. Die vorliegende Entscheidung des verhindere in diesem Falle eine gewünschte Konzentration medizinischer Kompetenz.
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) und die Ärztekammer Nordrhein (ÄKNO) mahnten, die Reform der Krankenhausplanung in NRW, die für den Erhalt einer hochqualifizierten stationären Patientenversorgung im Land dringend erforderlich sei, dürfe nicht durch kartellrechtliche Bedenken blockiert werden.
„Das Gesundheitswesen ist kein Markt. Krankenhäuser dürfen keine rein gewinnorientierten Unternehmen sein“, sagte ÄKWL-Präsident Theodor Windhorst. Es gehe in einer zukunftsgerichteten Krankenhausplanung darum, etwaige Doppelvorhaltungen abzubauen und die Strukturqualität in der stationären Versorgung zu sichern.
„Sinnvolle Schritte zur medizinischen Kompetenzbündelung und Konzentration von qualitativ hochwertigen Klinikangeboten dürfen nicht durch kartellrechtliche Formalia zulasten der Patientenversorgung konterkariert werden“, erklärte ÄKNO-Präsident Rudolf Henke.
Um die Reform der Krankenhausplanung und die Entwicklung der stationären Versorgung voranzubringen, sprechen sich die beiden Ärztekammern für Ausnahmegenehmigungen für versorgungspolitisch sinnvolle Fusionen oder Kooperationen zwischen Kliniken aus. Ein solches Instrument der Ministererlaubnis sei kartellrechtlich möglich und müsse unter jeweiliger Berücksichtigung der Verhältnisse vor Ort angewendet werden, hieß es.
Im Rahmen einer Voranfrage hat das Bundeskartellamt die geplante Kooperation des Klinikums Gütersloh und des Sankt Elisabeth-Hospitals Gütersloh kartellrechtlich verboten. Die zwischen den Beteiligten vor Ort konsentierte Fusion sollte zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgungsqualität beitragen sowie zu Ressourceneinsparungen führen und eine höhere Wirtschaftlichkeit erreichen.
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